Schlagwort: Wandelgarten Freiburg

  • Freiburg: „Plumps und gut“ – Wissen zu Kompostklos

    Trockentoiletten – ökologisch, praktisch, hygienisch. 

    Als vorläufiges Finale unserer Bildungsreihe „Zu schade für die Schüssel. Wie wir unsere Nährstoffe wieder in den Boden bringen“ laden wir alle Interessierten noch einmal herzlich ein:

    Für eine spannende Exkursion rund um das Thema nachhaltige Sanitärsysteme verlassen wir Freiburg am 27. September ab 12.30h, und besuchen einen Berater und Anbieter moderner Trockentoiletten-Lösungen im Ortsteil Schwärzenbach bei Titisee-Neustadt.

    Gemeinsam tauchen wir ein in die Welt der fäkalienfreien Abwasserlösungen und beschäftigen uns mit:

    * Grundlagen der Fäkalienbehandlung

    * Handhabung und Pflege von Komposttoiletten

    * Überblick über Vor-und Nachteile verschiedener Toiletten-Systeme 

    * Verschiedene Einstreuarten für Trockentoiletten

    * Praktische Tipps aus der Beratungspraxis

    Die Teilnahme ist kostenlos (mehr …)

  • Gartenbesuche in Freiburg

    Mit mit unterwegs war die Ansprechpartnerin für GGs der Stadt Monika und die Wandel-Garten Koordinatorin Monica.

    Wandelgarten (Vauban): direkt an einer Tramendhaltestelle (Wendeschleife war das bisher) entstand der Garten auf dem Gelände des Vereins „Autofrei wohnen“ -> Menschen, die keine Stellplätze bauen mussten, deren Flächen sind dort vereinigt. Mit auf dem Gelände ist ein sehr großer Weiden“palast“, der aber gerade radikal runtergeschnitten wurde. Niemand hatte sich gekümmert, die Weiden waren nicht mehr in den Palast einfelchtbar. Es ist noch offen, wie es hier weitergeht. Hinter dem Weidenpalast möchten beide Gruppen gerne Obstbäume (Maulbeerbäume) anpflanzen. Dazu gibt es eine Fördermöglichkeit über die Stadt.
    Gerade ist die Gruppe nicht ganz so groß (seit Corona) und Monica macht sehr viel. Doch kommen auch immer mal wieder neu Interessierte und manche bleiben auch. Einige sind von Anfang an dabei (Gruppe scheint mir vom Altersdurchschnitt eher 50/60 plus). Der Garten ist inzwischen gut eingewachsen, zur Straße hin mit essbaren Beerensträuchern. Es gibt Erdbeete und Hochbeete, individuelle und gemeinschaftliche Beete. Ein Schwerpunkt liegt auf Kompostierung, hier haben sie eine Wurmfarm, machen Bokashi etc. Sie hatten ein Regenwurmprojekt und sind sehr an Terra Preta und anderen Bodenaufbereitungsmethoden interessiert. Ein Projekt, was sie dazu machen heißt „Boden gut machen“: Sie bekommen Biogut von einem Café. Wasser können sie i.d.R. – bis auf den Hochsommer – aus dem Bach entnehmen (anstrengend, Gießkanne in den Bach halten, volle Gießkanne in die Schubkarre hiefen etc.), doch wenn der Pegel der Dreisam zu niedrig ist, dann dürfen sie auch aus diesem Bach nix mehr entnehmen. Mit Fördergeldern von uns haben sie das Häuschen mit einer guten Regenrinne ausstatten können, die das Wasser nun in einen IBC Kanister führt. Wasser von diesem Kanister füllen sie in hochgebockte IBCs um, so dass sie mit dem Gefälle arbeiten können. Für das Umfüllen bräuchten sie eine Pumpe, so könnte das erheblich erleichtert werden. Um möglichst Wasser im Boden zu halten, haben sie die Wege mit in Wasser getränkter Weellpappe ausgelegt und oben drüber eine dicke Schicht Mulch aufgebracht. Bringt wohl eine ganze Menge.
    Ein Problem: es wird immer mehr Gemüse geklaut. Ein Schild haben sie zwar, doch das stellen sie wegen Vandalismusgefahr immer nur auf, wenn jemand da ist. Was etwas genützt hat sind bunte DinA4 Zeichnungen von Kindern und Erwachsenen mit netter Beschriftung an den Beeten. Sie sind in Freiburg und mit den anderen Gärten gut vernetzt. Auch Wassertonnen aus Metall und andere Gegenstände wurden schon geklaut.

    Klimagarten (Weingarten): für den ältesten und wohl größten (Monika B. von der Stadt) Gemeinschaftsgarten wurden in einer Guerilla Aktion 2012 die Grundlage gepflanzt. Sie wollten damit auf die Klimakrise und das Thema Ernährung aufmerksam machen. Der Klimagarten ist heutzutage 600m² groß, einer der Initiator*innen gärtnert „wild“ auf der anderen Seite des Baches, was die Stadtverwaltung toleriert, da er ein Urgestein der Szene ist. Im Klimagarten kommt das Wasser auch aus einem Bach, hier ist es noch ok, daraus zu schöpfen. Der Garten hat keinen Zaun, ist öffentlicher Grund und soll das auch blieben. Die ca. 25-köpfige Gruppe hat an verschiedenen Stellen Schilder angebracht, doch sind diese von manchen Seiten nicht sichtbar -> es wird viel fremdgeerntet. Dazu hatten sie auch mal Schilder, da gab es gleich Beschwerden beim Amt, dass die das nicht dürfen, da das ja eine öffentliche Fläche ist. Monika B. berichtet, dass sich viele Bürger*innen mit allen Möglichen Fragen und Beschwerden ans „Amt“ richten. Ihre Amtskollege*innen auch aus anderen Abteilungen haben wohl bis heute eh nicht verstanden, was so ein Gemeinschaftgarten soll…Alle Veränderungen der Gärten auf öffentlichen Flächen werden auch aus der Stadtverwaltung heraus genau beobachtet und kommentiert.
    Der Klimagarten darf kein Häuschen oder ähnliches aufstellen, so sind die Geräte in einer großen Kiste. Unter einem großen Baum stehen Tische und Stühle, die dort dann angekettet werden. Davon ist noch nix weggekommen. Die Gruppe ist bunt gemischt, alte, junge, Deutsche, Menschen aus anderen Herkunftsländern, aber keine Geflüchteten sind dabei. Es werden auch vermeindlich exotische Pflanzen angebaut, so z.B. schwarzer Sesam. Die koranische (?) Gärtnerin bringt das Saatgut aus ihrer Heimat mit und versucht auch, es zu vermehren. Es gibt individuelle und gemeinschaftliche Beete, man muss wissen, wo welche sind. 
    Onboarding: man kann ein paar Mal zum Mitgärtnern kommen, erfährt da jede Menge, gärtnert auf den Gemeinschaftsbeeten und erst danach kann man, bei Interesse, ein eigenes Beet bekommen.

    Urbaner Garten (Weingarten): dieser recht kleine Garten ist auf einer Abstandgrünfläche entstanden und soll derzeit wiederbelebt werden. Organisiert wird er schon länger vom QM. Da ist es wohl so, dass alle Neuen diesen Arbeitsbereich bekommen und aber nur ca 1h/Woche dafür Zeit haben. Es gibt ein paar Hochbeete (Material fällt teilweise auseinander) und 2 Erdbeete. Nur 2 Beete werden derzeit wirklich genutzt/gepflegt. Der Garten wird aber viel zum Sitzen, Picknicken, sich Treffen genutzt. Menschen aus den gegenüber liegenden Hochhäusern wurden noch nicht erreicht. Es gibt aber auch niemanden, der/die Zeit und Engagement da reinsteckt. Die Ansprechpartnerin würde den Garten gerne wieder aufbauen und sucht nun nach Möglichkeiten, diese Aufgabe auch auf andere Schultern zu verteilen (Beratung: Uni, Freiwilligenzentrum, FSJ, Organisationen im Viertel). (mehr …)

  • Freiburg: Wandelgarten will Boden und Wasserversorgung verbessern

    (Antrag, Antworten)

    Aktivitäten für die wir eine Förderung beantragen:

    A) Aktivitäten zur Senkung des Wasserbedarfs aus dem Dorfbach (dessen Wasserstand in
    vergangenen Sommern bereits in Notbereiche geraten ist und unsere einzige Wasserquelle ist)

    1. Mehr Regenwasser speichern unter Verwendung von zwei IBC-Containern.

    2. Den älteren Menschen das Gießen erleichtern durch Schlauchanschluss an den IBC-
    Container.

    3. Dachfläche, Regenrinne und Abfluss des Geräteschuppens erweitern, um mehr
    Regenwasser speichern zu können.

    B) Aktivitäten zur Förderung der Bodenfruchtbarkeit

    1. Kompost-Kur: Da die (Aushub-)Erde, die wir 2020 von der Stadt Freiburg erhalten haben
    besonders viele Steine und so gut wie keinen Humus hatte, ist die Wasserhaltefähigkeit
    der Erde sehr gering. Damit die Beete das Wasser besser speichern können, haben wir
    ihnen Anfang 2021 (angeregt durch Marie von „Wurzelwerk“, www.wurzelwerk.net) 10 –
    15 cm Kompost gegönnt.

    2. Bewirtschaftete Fläche verbessern durch Anlage von 7 „Kompostbeeten“ nach Marie
    von „Wurzelwerk“.

    C) Aktivitäten zur Förderung der Artenvielfalt

    1. Mehr (Beeren-)Sträucher pflanzen, die das gesamte Gartensystem unterstützen:
    Wasserhaushalt, Pilze (Mykorrhiza) im Boden, Nahrung für Menschen und Tiere (Vögel) –
    angeregt durch Dr. Noemi Stadler Kaulich (Dynamischer Agroforst) und Dr. Markus Strauß.

    2. Weiterer Anbau von alten oder wenig bekannten samenfesten Kultur- und
     Wildpflanzen

    3. Anlage eines Bereiches für die Jungpflanzenanzucht unter der rechten
    Dacherweiterung des Gartenhäuschens

    D) Aktivitäten zur Förderung der Bildungsarbeit und von Veranstaltungen

    1. Erneuerung der Eingangstafel

    2. Anlage einer kleinen Komposttoilette und eines einfachen Pissoirs unter der linken
    Dacherweiterung des Gartenhäuschens

    • Wie habt ihr bisher Regenwasser geerntet, woher kommt das restliche Wasser?

    Bisher haben wir das Regenwasser über das Dach unserer Gerätehütte (6 qm) in einer üblichen grünen Wassertonne (300 l) geerntet. Das reicht aber nicht weit, zumal die Dachrinne viel zu schmal ist und das Abflussloch zu klein ist. (Außerdem habe ich Bedenken, dass das Regenwasser durch die Dachpappe verseucht wird).
    Darüber hinaus haben wir Zugang zum Dorfbach, einem kleinen, flachen Bach, der etwa 40 m bis 75 m von den Beeten entfernt ist. Von dort ist es uns nicht erlaubt das Wasser mit einer Pumpe zu entnehmen. Wir dürfen es mit Gießkannen holen, die aber besonders im Sommer, wenn der Wasserstand sehr niedrig ist, nur schwer zu füllen sind. Und gerade dann sind auch viele Mitgärtner:innen verreist. Das Wasser des Dorfbaches ist recht kalt – was ja der Frische zugute kommt – für die Pflanzen aber zu kalt sein kann. Deshalb haben wir auch das Wasser zum Aufwärmen vorab in die Wassertonne befördert.

    • Wer wird die Arbeiten zur Erweiterung der Dachflächen machen?

    Fünf Mitgärtner:innen (darunter eine praktisch begabte Architektin) und ein Gärtner aus dem Garten, wo ich die letzten Terra Preta Kurse veranstaltet habe. Wir hatten auch einen Beratungstermin mit einem Fachmann.

    Ja, das können wir gerne machen. Eine Beschreibung, wie Kompostbeete angelegt werden, findest du hier.
    [Übrigens leitet der Link unter dem Webinar „Kompost – Das Gold des Gärtners“ bei mir nicht zur Präsentation].

    • Die Kosten für den Kompost habt ihr schon bezahlt?

    Ja, ich hatte unser Vorhaben vorab mit dir telefonisch besprochen. Du fandest unser Vorhaben gut und wolltest dich dafür einsetzen, dass die Kosten für den Kompost von der anstiftung übernommen werden. Die Mittel, die wir dafür derzeit verwendet haben, sind Eigenmittel für unser Projekt „Füttert die Regenwürmer!“, für das wir eine 80%ige Förderung über die Deutsche Postcode Lotterie erhalten haben. Ich hatte – statt den Antrag fertig zu stellen – u.a. die Vorstellung des WandelGartens beim ersten „Gärten im Gespräch“ am 8.4.2021 vorbereitet.

    • Wie lange habt ihr die Fläche sicher?

    Wir haben sie solange sicher, wie dort keine Garage gebaut werden muss. Sie müsste gebaut werden, falls viele Haushalte, die derzeit autofrei leben, sich entscheiden würden ein eigenes Auto haben zu wollen und jeweils ca. 25.000 € (der Preis ist noch vom Jahr 2000 – die Baukosten dürften inzwischen deutlich höher liegen) für den Bau der Garage aufbringen würden. Unser Stadtteil ist mit ca. 30 Carsharing-Fahrzeugen recht gut versorgt. Außerdem gibt es eine gute Straßenbahnanbindung und drei Busslinien. Der Verein für autofreies Wohnen e.V. kümmert sich darum, dass die Fläche als Gemeinschaftsgarten, Erholungs- und Kulturraum erhalten bleibt. Er mietet Garagen an für Menschen, die aus irgendeinem Grund doch ein eigenes Auto brauchen (rechtlich dürfen die Menschen nicht einfach selbst eine Garage anmieten).

    • Sind die Kosten für die Komposttoilette und die Eingangstafeln die Kosten für das Material zum Bau?

    Ja. Nur Materialkosten, soweit möglich auch gebraucht.

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  • Wandelgarten Freiburg stellt wieder auf gemeinschaftliches Gärtnern um

    (Antrag/Antworten)

    Wandelgarten hat derzeit 25 – 30 Aktive, 5 sind in der Orga/Kerngruppe aktiv.
    Sie sind aktiv mit Herstellung von Terra Preta, haben einen großen Wurmkompost, machen viel Bildungsarbeit u.a. für Schulen.
    Sie haben den Träger gewechselt (der alte hat sich aufgelöst) und eine neuen, nun schriftlichen, Vertrag ausgehandelt.

    1. Unsere Homepage ist noch im Wachsen. Dort sollen die Ausleihmöglichkeiten veröffentlicht werden. Es gibt noch keinen Link. Wir könnten die anderen urbanen Gärten aber auch per Email informieren. Bisher haben wir Werkzeugausleihen (die wir immer wieder gemacht haben) ganz einfach organisiert: Es wurde ein Termin zur Abholung vereinbart und ein Termin für die Rückgabe. Reparaturen sind bisher nie nötig gewesen. Wir haben für Ausleihen auch nie etwas verlangt. Bei den Waffeleisen würde ich eine Kaution verlangen, da sie gute Pflege bedürfen und ohne sie leicht rosten.

    2. Gründe für die Umstellung auf Gemeinschaftsbeete waren:

    a) Fruchtfolge ermöglichen: auf kleinen Flächen (1-4 qm) lässt sich kaum eine Fruchtfolge einhalten.

    b) Viele der Beetpaten hatten kein Interesse an der Gemeinschaft. Es war schwierig mit ihnen Absprachen zu treffen. Einige hatten wenig Erfahrung im Gärtnern. In der Bildungsarbeit war es widersprüchlich z.B. für Mulchen zu werben und vor allem ungemulchte Beete im Garten zur Ansicht zu haben. Der WandelGarten drohte ein kleiner Kleingarten zu werden. Gerade durch ein Gespräch mit Steffi Koch von zusammen gärtnern, sind wir zu dem Schluss gekommen, dass wir einen Rückschritt gemacht hatten: bei zusammen gärtnern werden Beetpatenschaften angeboten, um Mitgärtner*innen anzulocken, mit der Absicht sie zum gemeinschaftlichen Gärtnern zu gewinnen. Wir hatten gemeinschaftlich gegärtnert und waren durch die Beetpatenschaften davon abgekommen. Das entsprach auch nicht unseren Gründungswerten.

    Durch das gemeinschaftliche Gärtnern sind viele neue Mitgärtnerinnen dazugekommen. Es waren viele Frauen (vor allem Studentinnen) und nur ein Mann (der sich für die Herstellung von Pflanzenkohle sehr interessiert und uns beim Zersägen großer Baumstämme mit seiner Motorsäge sehr geholfen hat – er hatte mich über einen Bokashi Workshop kennengelernt)! Es gab noch zwei Männer, die aus privaten Gründen nur vorübergehend im WandelGarten sein konnten. Wir würden gerne noch ein paar Männer im Garten haben. Bei den Beetpaten waren zwei Männer dabei gewesen, die den Garten aber verlassen haben, als es darum ging, gemeinschaftlich zu gärtnern. Besonders gefreut hat mich, dass eine Mitgärtnerin, die im Rollstuhl fährt, wieder zum WandelGarten zurückgekommen ist. Für sie war eine Beetpatenschaft nicht in Frage gekommen – aber ab und zu etwas mitzuhelfen tat sie mit großer Freude.

    Wir sind aber auch mit der jetzigen Variante noch nicht wirklich zufrieden. Im kommenden Jahr werden wir möglicherweise eine Kombination aus gemeinschaftlichem Gärtnern und „Projektpatenschaften“ ausprobieren. Wir wollen Mitgärtner*innen anregen auch eigene Ideen und Projekte im Garten zu realisieren, bei denen die Verantwortung bei den Projektpat*innen liegt, sie sich Unterstützung der Mitgärtner*innen einholen können, die Fruchtfolge und Bodenpflege beachtet wird und die Ernte mit allen geteilt wird.


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  • Wandelgarten kann erhalten werden, wenn alternatives Parkplatzkonzept kommt

    (Gu, alerts)
    Freie Flächen sind rar im dicht bebauten Stadtteil Vauban. Deshalb ist das Quartier froh, das „Autofrei-Grundstück“ zu haben: ein rund 2100 Quadratmeter großes Gelände neben der Straßenbahnwendeschleife. Diese Grünfläche wird vom Stadtteil intensiv genutzt, unter anderem gibt es dort Urban Gardening. Ein Hingucker ist auch der „Weidenpalast“, der wie ein großes Holziglu aussieht und 2004 in einer Gemeinschaftsaktion entstand.

    Doch das Grundstück hat eigentlich eine andere Funktion. Laut Bebauungsplan könnten dort bis zu fünf 15 Meter hohe Parkgaragen entstehen, mit Platz für knapp 500 Fahrzeuge. Dass die Garagen noch nicht gebaut sind, liegt an rund 420 Haushalten in Vauban, die kein Auto haben. Da sie dennoch – aus rechtlichen Gründen – einen Stellplatz nachweisen müssen, musste jeder autofreie Haushalt 3700 Euro an den eigens für diesen Zweck gegründeten Verein für autofreies Wohnen zahlen. Mit diesem Geld hat der Verein die Parkgaragen-Vorhaltefläche gekauft. Sie wird für den Fall freigehalten, dass sich die bislang Autofreien doch einmal ein Auto zulegen und dann einen Stellplatz benötigen.

    Bislang konnte dieser Bedarf in den beiden Quartiersgaragen gedeckt werden, die es in Vauban gibt. Doch diese sind inzwischen bis auf vier verbleibende Plätze voll belegt (siehe Info-Box). Zuletzt, so erklärt Hannes Linck vom Verein für autofreies Wohnen, hätten sich rund 20 Autofrei-Haushalte ein Fahrzeug angeschafft. „Meist, weil die Bewohner aus beruflichen Gründen darauf angewiesen sind“, sagt Linck. Deshalb droht nun das, was der Stadtteil seit Jahren vermeiden will: nämlich, dass das Autofrei-Grundstück zum Parkplatz wird. Grundsätzlich würde es im ersten Schritt reichen, dort ebenerdige Stellflächen einzurichten – Platz wäre dann für rund 80 Fahrzeuge. Erst wenn noch mehr Autos hinzu kämen, müssten die Hochgaragen gebaut werden.

    Um das Grundstück als Grünfläche erhalten zu können, hat sich der Autofrei-Verein ein neues Konzept überlegt. Er will einen Stellplatz-Pool einrichten. Die Idee: Der Autofrei-Verein kauft Parkplätze im Stadtteil auf, deren Besitzer derzeit kein Auto haben – oder er mietet sie für mindestens fünf Jahre an. Dabei geht es sowohl um Stellflächen in den beiden Quartiersgaragen als auch um private Parkplätze. In Vauban gibt es auch Bereiche, die ganz klassisch mit Tiefgaragen bebaut sind. Die vom Verein aufgekauften oder angemieteten Stellplätze kommen in einen Pool. Bei Bedarf gibt der Autofrei-Verein sie an diejenigen autofreien Haushalte weiter, die sich ein Fahrzeug anschaffen wollen und deshalb einen Parkplatz benötigen. Dafür müssten die Bewohner ein „Entgelt“ bezahlen, das etwa dem Kaufpreis des Stellplatzes entspricht, erklärt Linck. Eine monatsweise Vermietung sei nicht möglich, da es sonst zu einer ungleichen Behandlung der Fahrzeugbesitzer in den Autofrei-Haushalten käme. Von dem neuen Konzept verspricht sich der Autofrei-Verein auch mehr Flexibilität. Bislang sei es sehr aufwendig und kostenintensiv, von autofrei zu nicht-autofrei zu wechseln, sagt Linck – weil der Parkplatz gekauft werden muss und dafür auch Grunderwerbssteuer und Notarkosten anfallen. (mehr …)

  • Workshops für Schulen im Wandelgarten

    (Gu, Newsletter)

    wir starten morgen wieder mit einer Serie von kostenfreien Bildungsveranstaltungen – für sechs Schulklassen in Freiburg.

    Wir danken allen im Vauban, die autofrei wohnen – und die es damit möglich machen, das Autofrei-Gelände auch für alle offenen Gemeinschafsgarten und als Open-Air-Lern- und Bildungsort nutzen zu können. 

    Wir führen das Projekt „Paprika statt Parkplätze“ als Kleeblatt-Projekt des Fonds für nachhaltige Bildung der Stadt Freiburg 2017 zum zweiten Mal durch. In diesem Jahr wieder zusammen mit der Innovation Academy, dem Autofreiverein und als neuem Partner Life Food. Wir unterstützen mit einem Sojabeet das Ziel von Life Food, Soja in Deutschland heimisch zu machen.

    Die Klassen teilen sich in jeweils vier Gruppen auf, die sich einem Thema in Theorie und Praxis annähern. Morgen kommt um 7.45 Uhr eine 11. Klasse der Waldorfschule Rieselfeld mit ihrem Biologielehrer Schürkens (35 Schüler und 8 Lehramtsstudenten der Uni Freiburg als Beobachter), am 17. und 18. Juli kommt vormittags je eine Klasse des Theodor-Heuss-Gymnasiums. Für drei weitere Termine vor oder nach dem Sommerferien können sich noch Schulklassen bewerben,  zum Beispiel am 17. und 18. Juli nachmittags oder im September/Oktober. Die Teilprojekte:

    1.Stadtteil-Entwicklung Vauban: Verkehr (Hannes Linck)

    2.Wormfarming–Wurmhumus selbst machen (Hartmut Wagner)

    3.Multitalent Hochbeet (Monica Lüers)

    4.Rally „Pap statt Park“ (Hans-Jörg Schwander, Innovation Akademie)

    Im Weidenpalast referieren die vier Gruppen im Schlussplenum danach ihre Ergebnisse.
    Wie die Teilprojekte im letzten Jahr abliefen, erseht ihr aus der Text-Bild-Dokumentation der Ergebnisse des Projekts im Jahr 2016 im Anhang.


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  • Komopstwürmer als Inspiration für Tanzperformance

    (Gu, mail)
    Im Wandelgarten/Freiburg:

    wer hätte das gedacht, dass unsere Kompostwürmer eine Tänzerinnen-Gruppe von TIP zu einer Performance anregen? Antonia Bischof, die unsere Kompostwürmer im Garten in ihrer Körpersprache und Bewegungsfreude studiert hat und einige nach Hause mitnahm, lädt uns zu Phenomen A ein.

    Sie sagte mir, dass sie und zwei Mittänzerinnen ein Tanzstück „Worms“ entwickelt haben und vorführen werden, zu dem sie sich durch die Wurm-Bewegungen inspirieren ließen. Wow!

       
       
       
       

    Liebe Wurmfreunde!

    Dieses und nächstes Wochenende werden zwei Tanzfreundinnen und Ich ein kleines Wurmstück „dekomposTia“ um unsere Wurmfreunde zu ehren und danken für ihre beständige, ruhige Arbeit die sie trotz allen möglichen Umwelt und Menschen einflüsse einfach wurmig und tapfer weiter machen.


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  • Lernort Wandelgarten

    (Gu, Mail)

    Lernort WandelGarten Vauban

    Im Jahr 2016 hat sich der WandelGarten als Projekt der Transition Town Freiburg weiterentwickelt – als experimentierfreudiger, lebendiger und für alle offener Gemeinschaftsgarten. Menschen ohne und mit Migrationshintergrund aus den Stadtteilen Vauban und St. Georgen sowie Merzhausen nutzen den Garten gemeinsam. Beerensträucher, Blumen und Stauden umrahmen den Garten, emsig besucht von den Bienenvölkern des Vauban-Imkers Wolfgang Berger. Viele sind erstaunt, welche Vielfalt an bekannten und weniger bekannten Gemüsesorten und Kräutern sowie an Anbauformen (Hoch-, Hügel- und Lasagnebeete) sich in der Mitte des 800qm-Areals befindet.

    Die Garten-Aktiven sehen es als wichtig an, auch den Austausch mit Passanten und Besuchern sowie Besuchergruppen aus aller Welt zu pflegen. So gärtnern Menschen aus Frankreich, Spanien, Kolumbien, Kroatien und Palästina mit. Benutzer von Bus und Straßenbahn nutzen Wartezeiten an der Umsteigestelle direkt am Garten zu Stippvisiten und fragen uns Löcher in den Bauch.

    Soja-Projekt. Der WandelGarten entwickelt sich inzwischen zum beliebten Lern- und Austauschort für biologisches Gärtnern ohne Chemie und Maschinen und für neue Ideen. Kompostwürmer als Wurmhumus -Produzenten, Bokashi und Erdisieren sind Experimentierfelder. Mulchen unbedeckter Erde mit verschiedenen Mulchstrategien, zum Beispiel auch mit Schafswolle, hält den Boden feucht und fruchtbar und spart Wasser. Der Bau von Sonnenfallen-Beeten sowie der Anbau von Sojabohnen im 1000-Gärten-Projekt fanden großes Interesse. Der Universität Hohenheim konnten wir im September mehr als 4000 Hülsen mit Sojabohnen zusenden. An der Hochschule wird zusammen mit der Freiburger Firma Taifun mit den Ernte-Erträgen aus mehr als 2000 teilnehmenden Gärten erforscht, wo welche Sojasorten in Deutschland am besten gedeihen, um Soja hier heimisch zu machen.

    Im Projekt „Guten Boden machen“ konnten die Aktiven Jahr 2016 fast 1600 Liter hochwertigen Wurmkompost herstellen in einer Anlage, die aus Euro-Paletten gebaut wurde. Unterstützt wurden sie dabei von der Kantine in der VillaBan, dem Kinderabenteuerhof, der Limette, Five Senses und Elephant Beans – mit Bio-Gemüseresten, Mist, Jutesäcken und Kaffeesatz.

    Wurmkompost herstellen. Im Sommer starteten die ersten Vor-Ort-Workshops zum Wormfarming. 30 Teilnehmer kamen zu den drei Samstagsworkshops und konnten Knowhow und eine Kompostwurm-Population im Substrat mitnehmen, um damit wiederum in Eigenregie Wurmhumus am Haus, im Garten oder Schulgarten herzustellen. Die Workshops werden im Frühjahr 2017 wieder aufgenommen.

    Ort der Begegnung und Kommunikation. Immer mehr entwickelt sich der Garten auch zum Begegnungsraum für Menschen aller Generationen und ethnischen Kulturen, die sich dort treffen, um sich umzuschauen oder zusammen aktiv zu werden. So entstehen viele spontane Gespräche zu biologischer Landwirtschaft, Ernährungssouveränität, dem Teilen von Ernte und Wissen, erneuerbaren Energien, autofreiem Wohnen und vielen Vauban-Themen.

    Vier Schulklassen nahmen 2016 am Kleeblatt-Projekt „Paprika statt Parkplatz“ teil, das gemeinsam mit der Innovation Academy, dem Autofreiverein und dem International World College geplant und im Juli im WandelGarten durchgeführt wurde. Sie untersuchten zum Beispiel, wie viele Hochbeete auf einen Parkplatz passen und wie viel Gemüse man dort anbauen könnte. In den Sommerferien betreuten wir zusammen mit dem Gartenamt eine Gruppe von Ferienpasskindern. Sie konnten den Garten erforschen, Kartoffeln ernten, das Leben der Kompostwürmer und im Bach erkunden und Kräuter suchen, aus denen sie sich Tee zubereiteten.

    Lernort Permakultur. Mehrere Dozenten der Permakultur aus Deutschland, Kenia und Spanien nutzten den Garten als Anschauungs- und Lernort.

    Regelmäßige Aktivitäten. Die Aktiven trafen sich 2016 in der Regel zweimal wöchentlich nachmittags im Garten. (mehr …)

  • Rückblick Wandelgarten Freiburg 2014

    (Gu, aus Sachbereicht, 15.5.)
    […] Bau eines Gerätehäuschens und Inneneinrichtung mit Regalbrettern. Der Bau erfolgte in Kooperation mit einem Waldprojekt der Stiftung Waldhaus Freiburg für die SchülerInnen des Sprach-und Integrationskurses der Europa-Schule Freiburg für Migranten und Flüchtlinge. Das Gerätehäuschen wurde im März/April 2014 geplant und errichtet. Es steht seither den urbanen Gärtnern zum Unterstellen von Gartengeräten und Arbeitsmaterial zur Verfügung.
    […] Bau weiterer Hoch- und Hügelbeete sowie eines Square-Foot-Gardening-Beets und Kräuterwalls sowie von Lasagnebeeten. Ermöglichte mehr Anbaufläche, mehr Ernte und größere Sorten und Methodenvielfalt des Anbaus.
    Bokashi-Produktion und Kauf von Bedarf für die EM-Herstellung. Bodenverbesserung mit Bokashi durch Humusaufbau mit Gemüseabfällen, Pflanzenkohle, EM und Urgesteinsmehl.
    Aufbau von Wurmfarmen zur Gewinnung von Wurmhumus. Humusgewinnung durch Anzucht und Vermehrung von Kompostwürmern (eisenia foetida) in einer vertikalen Wurmfarm (Can-O-Worms) und im Komposthaufen. Ergebnis: in Verbindung mit Bokashi-Beigaben und Bio-Mist konnte bereits nach einem halben Jahr reifer Kompost gewonnen werden. Dies veranlasste uns, im April 2015 eine horizontale Drei-Komponenten-Wurmwanderfarm in Palettenbauweise zu errichten und mit Hasendraht gegen Ratten abzusichern. Ziel: im Jahr des Bodens 2015 und den folgenden Jahren größere Mengen an Humus im Halbjahres-Rhythmus ernten zu können.
    […] Vernetzungsarbeit der Urbanen Gärten Freiburgs und mit der Transition Town Freiburg. Mehrere gemeinsame Aktionen und Erfahrungsaustausch fanden statt: Runder Tisch mit dem Gartenamt der Stadt Freiburg, Austauschtreffen der urbanen Gärten, Bau eines Earthbags mit Philip Munyasia von OTEPIC aus Kenya als Beispiel für vertikales Gärtnern in eng bebauten Gebieten. Veranstaltung von Festen und Feiern zur Gemeinschaftsbildung. Zwei gut besuchte gemeinsame Feste mit den urbanen Gärtnern Freiburgs im Sommer, Verabschiedung von Mitgärtnern mit Songs und Picknick, Erntedankfest, Jahresabschluss-Fest mit PPT-Fotoshow als Rückblick auf das Gartenjahr 2014.

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