Schlagwort: wenig Interesse

  • wenig Interesse von Flüchtingen am IG in Weimar

    (Gu, alerts)

    Weimar. Die Kartoffeln stehen gut, ebenso die Bohnen; die Tomaten sind hervorragend angewachsen, an einem mit Draht bespanntem Gerüst ranken Duftwicken empor, Dahlien gedeihen. Der äußere Anschein lässt auf erfolgreiche gemeinsame Gartenarbeit schließen. Der Schein trügt. Jene, mit denen der Garten gemeinsam bestellt werden sollte, kommen nicht mehr. Kulturelle Unterschiede offenbaren sich erst in der Praxis. Diese Erfahrung machten Dorothea Victor und eine Handvoll engagierter Mitstreiter aus Weimar bei ihrem mit hohem Idealismus und Eigeninitiative angestoßenen Gartenprojekt mit Flüchtlingen. Beim ersten Treffen vor Ostern kamen elf Flüchtlinge acht Männer und drei Frauen. Beim zweiten Treffen waren noch drei Männer aus Eritrea und dem Irak dabei. Seitdem kommt von den Flüchtlingen niemand mehr in die Kleingartenanlage An der Lehmgrube in Taubach, wo Dorothea Victor und ein weiterer Ehrenamtlicher zwei Gärten von zusammen rund 600 Quadratmetern Größe gepachtet haben. Ihr Ziel ist es, Integration durch gemeinsame Gartenarbeit zu befördern (wir berichteten). Nicht als Helfer und Hilfsbedürftige wollten wir gemeinsam etwas schaffen, sondern uns auf Augenhöhe begegnen, berichtet Dorothea Victor, dass auf kongruente Bedingungen viel Wert gelegt wird.

    Flyer waren gedruckt, Fahrdienste und Verpflegung organisiert worden. Christoph Victor baute Bienenbeuten, um interessierte Flüchtlinge für die Imkerei zu begeistern. Die Vorbereitung erforderte viel Zeit, Geld und Mühe. Spenden flossen nur zögerlich. Allein schon die Suche nach Projektförderung war von Absagen begleitet. Die Soroptimisten halfen mit einer Spende von 400 Euro. Tischlermeister Ulrich Thiele spendete seine Arbeitsleistung (Bau einer Komposttoilette): 411,60 Euro. Die Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Weimar hat die Trägerschaft übernommen. Damit sei gewährleistet, dass wir Spenden anwerben können, begründet Dorothea Victor.

    Ehrenamtliche Arbeit kaum bekannt

    Integration ist zunächst mit Frustration verbunden, hat die sozial stark engagierte Weimarerin erfahren. Man muss einen langen Atem haben, vertraut sie darauf, dass die Engagierten die richtige Zielgruppe unter den Flüchtlingen noch ausfindig machen werden. Fakt aber ist auch, dass es derzeit einen Überschuss an ehrenamtlichen Weimarer Helfern gibt. Wir machen wirklich handfeste Erfahrungen mit Integration, sagt Dorothea Victor. Flüchtlinge kennen aus ihren Heimatländern den Stellenwert ehrenamtlicher Arbeit nicht, ist eine der Erkenntnisse, welche die ehrenamtlich Engagierten gewonnen haben. Eine weitere: Ohne Geld arbeiten Flüchtlinge nicht. Das materielle Interesse sei vorrangig. Auch die Aussicht auf die Ernte des selbst angebauten Gemüses sei kein Ersatz. Bei der Gartenarbeit käme eine weitere Hürde hinzu. Es sei nach Meinung vieler Flüchtlinge nicht üblich, dass Menschen, die einen höheren Bildungsstand haben, körperliche Arbeit verrichten. Aufgrund der Enge und der Bodenbeschaffenheit sei es in den gepachteten Gärten zudem nicht möglich, mit Landmaschinen zu arbeiten, wie es Flüchtlinge von der Feldarbeit in ihren Heimatländern kennen. Und noch eines wurde deutlich: Unter den Flüchtlingen haben sich Gruppenleiter herauskristallisiert, die entscheidend zur Meinungsbildung beitragen. Sind diese nicht für das Gartenprojekt zu begeistern, springt der Funke nicht über. Vielleicht waren wir am Anfang zu euphorisch, meint Dorothea Victor. Manche haben gesagt, sie hätten drei Jahre gebraucht, so die Initiatorin des Gartenprojekts mit Blick auf Erfahrungen in anderen Städten. Die vier beteiligten Weimarer Frauen werfen die Flinte nicht ins Korn, obwohl jede von ihnen zu Hause selbst einen großen Garten hat. Wir wollen uns öffnen für andere Zielgruppen. So schnell geben wir nicht auf. Wir werden unsere Erwartungen künftig flach halten.
    Zumal eine wichtige soziologische Komponente nicht außer Acht gelassen werden darf: Gemeinsame Arbeit schafft Verbindungen und Verbundenheit, was bei anderen Zielgruppen auf fruchtbaren Boden fallen könnte.

    http://www.thueringer-allgemeine.de/startseite/detail/-/specific/Seit-dem-Auftakt-eines-Gartenprojekts-mit-Fluechtlingen-bleiben-die-Adressaten-w-1810032763 (mehr …)

  • Zwei IGs in Planung in Bremen werden nicht mehr weiter verfolgt

    (Gu, Mail 25.6.)

    […]: bitte IGarten in Gründung – Bremen Neustadt und Huckelriede von der Website zu streichen.Andere Mitstreiter möchten die Verantwortung nicht übernmehmen. Im Stadtteil hat die Gesamtschule ein eigenes Projekt gegründet (reines Schulmarketing). An den Bewohnern/Eltern aus anderen Kulturen besteht kein großes Interesse.

    Die Initiatorin zieht nach Hamburg und will sich dort dann engagieren (mehr …)