Schlagwort: Werkstatt im Garten

  • Leipzig: GG Wirrwuchs baut Outdoorküche und Lehmofen

    (Antrag, Antworten)

    Im Mitmachgarten »Wirrwuchs« soll im Kalenderjahr 2022 eine Außenküche mit Lehmofen gebaut werden.
    Nach dem Bau sollen zusammen mit der Zielgruppe in wöchentlich stattfindenden Veranstaltungen selbst
    angebaute und geerntete Lebensmittel verarbeitet, zubereitet und gemeinsam verspeist werden. Derzeit gibt
    es im Mitmachgarten noch keine Möglichkeiten, Nahrungsmittel adäquat zu verarbeiten und zuzubereiten.
    Aus   vergangenen  Veranstaltungen   unseres  Trägervereins   Querbeet   Leipzig   e.V.   (Projekt:   »Salz   in   die
    Suppe«, (2015-2017) wissen wir um die verbindende Kraft des gemeinsames Kochens und Essens. Der Bau
    der Draußenküche mit Lehmofen stellt einen wichtigen Teil der Zukunftsplanung des Projektes dar. Mit der
    gemeinsamen Verarbeitung der Ernte aus dem Garten wird anschaulich der Kreislauf vom Samenkorn bis
    zum   fertigen   Gericht   geschlossen.   Durch   die   regelmäßigen   Kochtreffen   soll   den   Teilnehmer:innen
    niedrigschwellig, anschaulich und partizipativ der essentielle Wert von ökologischem und nachhaltigem
    Umgang mit natürlichen Ressourcen vermittelt werden. Das jeweils stattfindende abschließende Essen stellt
    einen passenden Rahmen dar, um die vielfältigen vorangegangenen Prozesse gemeinsam zu reflektieren und
    mit allen Sinnen deren komplexe Wechselwirkungen zu erfahren. Das Vorhaben ist eingebettet in das Projekt
    »Aus der Erde auf den Teller – interkulturell Gärtnern im Plattenbaugebiet«, welches im Rahmen der
    Richtlinie Integrative Maßnahme Teil 1 durch die Sächsische Aufbaubank vor allem mit Personalkosten
    gefördert werden soll. Alle Angebote des Mitmachgartens sind aufgrund der existenziellen Notlagen, in
    denen sich viele Anwohner:inne befinden, kostenlos. Um Spenden wird gebeten.

    Projektmaßnahmen (Umsetzung)
    1) Gartenplanung: Gemüseanbau
    Die   Zielgruppe   wird   in   die   Planung   des   Gemüseanbaus   einbezogen   und   soll   aktiv   an   der
    Jungpflanzenvorzucht  durch  Vorzuchtpflege  in  der  eigenen  Wohnung  und  Pflege  der  Jungpflanzen  im
    Mitmachgarten beteiligt werden.
    2) Draußenküche, Lehmofen und regelmäßiges Zubereiten der Speisen
    Als partizipatives Bauprojekt planen wir die Realisierung einer Draußenküche mit Lehmofen. Der Bau der
    Draußenküche   erfolgt   gemeinsam   mit   der   Zielgruppe   zu   den   regulären   Öffnungszeiten.   Der   Bau   des
    Lehmofens soll in drei angeleiteten Workshops erfolgen. Diese sollen an drei Samstagen im April/Mai
    erfolgen. Der erste Teil befasst sich mit der Materialkunde und Vorbereitung für den Bau. Im zweiten Teil
    wird zusammen mit den Teilnehmer:innen der Lehmofen gebaut. Der dritte Teil befasst sich mit der richtigen
    Nutzung und Pflege des Ofens sowie einer ersten Backaktion. Die Workshops werden stadtweit digital und
    mit Plakaten veröffentlicht sowie im Netz der Leipziger Gemeinschaftsgärten geteilt. Das Angebot ist offen
    für Menschen aus anderen Stadtteilen. Damit wird die soziale Durchmischung verstärkt und der Stadtteil
    Paunsdorf in das Bewusstsein von Menschen aus anderen Quartieren gerufen.
    1Mitmachgarten »Wirrwuchs« – Querbeet Leipzig e.V.
    3) Soziokulturelle Veranstaltungen
    Der Mitmachgarten ist Begegnungsort für viele verschiedene Menschen aus dem Stadtteil. Dafür setzen wir
    in Kooperation mit den Akteur:innen und Bildungseinrichtungen gemeinsame Veranstaltungen um. Durch
    den Bau und die regelmäßige Nutzung der Draußenküche und des Lehmofens bieten sich weitere wichtige
    Möglichkeiten,   um   die   Facette   soziokultureller   Veranstaltungen   um   einen   zentralen   Aspekt   des
    Mitmachgartens zu bereichern.

    Projektort
    Der Mitmachgarten »Wirrwuchs« liegt im Leipziger Stadtteil Paunsdorf, inmitten eines Plattenbaugebiets,
    zwischen Grund- und Oberschule, Ärzt:innenhaus, Altenpflegeheim, Kleingartensiedlung und Jugendclub.
    Durch   gemeinsame   gärtnerische   und   soziokulturelle   Angebote   trägt   der   Mitmachgarten   zu
    Chancengerechtigkeit und gleichberechtigter Teilhabe aller Menschen, unabhängig von Alter, Herkunft,
    Geschlecht, Sprachkenntnissen und Einkommen bei. Gemeinsam mit den Anwohner:innen mit und ohne
    Migrationsbiografie hat sich hier ein interkultureller und nachhaltiger Begegnungsraum etabliert. Das Projekt
    verbindet die verschiedenen Kulturen, die im Plattenbaugebiet häufig anonym, machmal auch konfrontativ
    nebeneinander leben in einem nachhaltigen und gestalterischen Kontext im Wohnumfeld miteinander. Hier
    haben   alle   Menschen   den   gleichen   Zugang   und   können   dadurch   ihre   Teilhabemöglichkeiten   und
    Selbstwirksamkeit erfahren und umsetzen. Das Stadtgebiet Paunsdorf wurde 2018 als Schwerpunktgebiet der
    Stadt Leipzig  eingestuft. Noch immer gibt es in den dazu zählenden Plattenbauvierteln kaum kostenfreie
    Angebote, bei denen Menschen aus unterschiedlichen Ländern und sozialen Schichten gemeinsam aktiv sein
    können oder zur Mitgestaltung ermutigt werden. Nach vielen Jahren der stadtpolitischen Vernachlässigung
    weist das Quartier weiterhin unzureichende Strukturen bei der Integration und Inklusion von Migrant:innen
    auf.   Die   Pandemie   hat   die   Chancenungerechtigkeit   und   fehlenden   Teilhabemöglichkeiten   für   die
    Anwohner:innen noch verstärkt.

    Wir sind aktuell im Team 2,5 Menschen, hinzu kommen ca. 10-15 Anwohner:innen, die aktuell regelmäßig da sind und gärtnern. Dann gibt es noch unregelmäßige Interessierte und jede Menge Kinder zwischen 5 und 14 Jahren, die teilweise immer da sind, wenn jemand von uns im Garten ist. Hinzu kommt unsere Zusammenarbeit mit Schulen und Kitas sowie dem Jugendclub (der hoffentlich bald wieder personell gut aufgestellt ist). Es wird eine GTA mit der Oberschule geben und für die Kita und Grundschule gibt es regelmäßig thematische Projekttage. Der Mitmachgarten wird im Stadtteil sehr gut angenommen, es braucht allerdings Zeit, viel Kontakt und Sicherheit, damit die Menschen vertrauen finden. Und durch die Pandemie konnten wir nur im Rahmen der Lockerungen öffenen. Die Menschen in Paunsdorf sind Teilhabe und Mitgestaltung nicht gewöhnt und müssen Vertrauen finden, auch weil Projekte in den letzten Jahren oftmals nicht verstetigt werden konnten.

    Die Fläche ist Eigentum vom Amt für Schule. Wir haben einen Pachtvertrag, der läuft unbefristet. Die Fläche hat 1340 qm. Die Zusammenarbeit mit dem Amt ist gut. Ich habe den Eindruck, die sind froh, dass sie sich nicht um die Fläche kümmern müssen.

    Ingesamt haben wir aktuell 9 fertige Gemüsebeete, die alle gemeinschaftlich bewirtschaftet und beerntet werden. Hinzu kommt ein Staudenbeet und eine Kräuterspirale. Sowie ein großer  Streifen mit 9 Spindelbäumen und zwei Beete mit Beerensträucher und zwei in bepflanzte Berms. Wir planen in diesem Jahr 5 neue Beete anzulegen. Davon sind 3 Hochbeete, die im Ferienprogramm in den Osterferien gebaut werden. Wir planen für dieses Jahr drei Öffnungszeiten am Nachmittag Mo, Di und Do. Am Mittwoch werden wir eine Vormittagszeit anbieten, weil die älteren Menschen auch mal gern mit uns unter sich wären. Das ist manchmal schwierig, wenn am Nachmittag Kinder da sind. Hinzukommen verschiedene Veranstaltung auch am Wochenende. Das Gartentor ist jetzt mit dem Codeschloss versehen, sodass die Menschen, die länger aktiv sind, von uns den Zugang bekommen und auch außerhalb der Öffnungszeiten gärtnern können.

    Infrastruktur: Gartenlaube und zwei Schuppen, barrierearme Komposttoilette, und seit letztem Jahr eine offene Mitmachgartenwerkstatt mit barrierearmen Zugang, die wir im Rahmen einer Förderung partizipativ mit einem Designer:innen-Kollektiv bauten, außerdem haben wir einen Trinkwasseranschluss seit letztem Jahr.

    Die Zielgruppe im Antrag sind Menschen mit und ohne Migrationshintergrund, die in Paunsdorf leben. Durch die gemeinsamen Aktivitäten sollen die Menschen einander kennenlernen können. Ein Teil der Zielgruppe (Migrantinnen und deutsche Menschen ist schon im Garten. Durch unsere enge Zusammenarbeit mit der Koordinierungsstelle Migration/Integration erreichen wir Migrant:innen für das Projekt.

    Die Förderung läuft bis Jahresende. Wir werden im Juli ein Dreijahresprojekt bei der SAB einreichen. Zudem habe ich gerade die Anerkennung als Träger der Jugendhilfe beantragt, damit wir zukünftig auch Anträge beim Jugendamt stellen können. Außerdem gibt es die Förderung durch das Amt für Stadtgrün und Gewässer. Das fördert PK und da haben wir aktuell eine Bewilligung für eine zusätzlich kleine Stelle. Leider ist dieses Amt nicht sehr kooperativ. Aber wir sind da auch im Netzwerk dran, dass das Verständnis für die Bedeutung und Rolle der Gemeinschaftgärten in diesem Amt klarer wird. Das ist nämlich leider nicht so. Und ich habe guten Kontakt zum Amt für Wohnungsbau und Stadterneuerung in Bezug auf die Zielstellung des Integrierten Handlungskonzeptes. Die wissen, dass unser Projekt verstetigt werden muss. Ein mögliche Förderung über Aktion Mensch steht auch schon auf meiner To-Do-Liste.

    Natürlich ist es unser Anliegen, den Garten irgendwann in die Hand der Anwohner:innen zu geben und wir aktuell anleitend und impulsgebend agieren, damit die Anwohner:innen lernen, wie die das Projekt selbtbestimmt weiterführen können. Aber in Anbetracht der aktuellen Lebenssituationen vieler Menschen vor Ort, ist das noch ein langer weg.

    Die anleitende Person für den Lehmofenbau suchen wir über unser Netzwerk, sobald die SAB abschließend bewilligt hat und ich genaue Zahlen habe. Die Küche wird mit Ehrenamtlichen gebaut. Die Koordination und Planung übernehme ich.


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  • Nachbarschaftsgarten mit Werkstatt in Potsdam

    (alerts)

    Crowdfunding für Werkstatt im Nachbarschaftsgarten

    Veröffentlicht am: von Kerstin

    Wir haben unser Ziel dank der Unterstützung von so Vielen geschafft!

    Das Angebot der Stadtwerke Potsdam GmbH im Herbst 2018 hat uns gefreut. Wir durften eines der ersten drei Crowdfunding-Projekte in Potsdam sein, welche ab Mitte November auf der nagelneuen Plattform https://www.potsdam-crowd.de an den Start gingen. Es hat sich für alle Initiativen gelohnt, denn alle gesetzten Ziele wurden sogar übertroffen.  Nun sind wir sehr dankbar und beginnen, die Werkstatt einzurichten!

    Wir brauchen neues Werkzeug für Reparaturen und kleinere Bauprojekte auf der Scholle 34. Die hiesige Werkstatt soll besser nutzbar für Alle gestaltet werden. Im Rahmen von größeren Arbeitseinsätzen mit vielen Leuten stoßen wir immer wieder an Grenzen, die mit besserem und mehr Werkzeug leichter zu überwinden wären.

    Nach den Bränden im vergangenen Herbst halfen die Jugendlichen der Montessori Oberschule im Rahmen ihres WAT Unterrichts großartig mit, die Schäden zu beseitigen, aber auch die anderen Aktiven im Nachbarschaftsgarten haben in der Sommersaison Vieles repariert und neu gestaltet, was den Ort enorm aufwertet. (mehr …)

  • Mauergarten entsteht neu – auf der alten Fläche

    (Gu, aus Antrag und Projektbesuch)

    Seit herbst 2016 wird im Zuge der Neugestaltung des Mauerparks auf der gesamten Erweiterungsfläche (da ist auch der Mauergarten) der Boden saniert. Im Zuge dessen mußte der Mauergarten im Oktober 2016 komplett abgebaut werden. In vielen Sitzungen haben sie ein Konzept (Raumkonzept) erarbeitet, was den Mauergarten auch in dem umgestalteten Park Gemeinschaftsgarten bleiben lässt. Durch die Umgestaltung des Parks fallen einige bisher vorhandene „Wäldchen“ und Abgrenzungen weg, die den Garten zar vollkommen offen, aber auch geschützt sein ließen. Direkt neben dem Garten wird nun einer der Hauptwege entlangführen. So haben sie einen Beetplan erstellt, der hoffentlich ein Kreuz-und Quer-durch-den-Garten fahren (mit dem Rad) vermeidet.
    Im Herbst waren sie 70 Vereinsmitglieder, 60 Beetpaten, 120 Hochbeete, 2 Gewächshäuser, eine Werkstatt, Bienen, Sitzecken. Die Gewächshäuser haben sie weiter nutzen können, die stehen wieder auf der Fläche.
    Aufgrund des Abbaus und der nun  Ungewissheit, in welcher Form es weitergeht, ist die Mitgliederanzahl zwischenzeitlich auf die Hälfte gesunken. Gerade kommen wieder neue Interessierte. Sie sind sehr rege, was ÖA angeht und kündigen Hochbeetbauworkshops frühzeitig an. Die Begehung mit GrünBerlin und dem Senat war, sie wissen nun, was wohin kann und was wie umzäunen können (z.B. die Wassertanks, die sie zunächst beibehalten wollen, obwohl es nun auch einen Wasseranschluß bald geben wird).
    Um möglichst schnell wieder auf der Fläche mit Beeten präsent zu sein, haben sie schon im Winter in einer nahen Werkstatt welche gebaut und diese stehen auch schon auf der Fläche. Sie wollen nun regelmäßig auf der Fläche Beete bauen und brauchen dafür gutes, stabibles Werkzeug. Dieses werden sie auch bei Bedarf an andere Gärten oder die Nachbarschaft verleihen. Sie bringen es in noch zu bauende Unterstände unter und zunächst auch im fußläufig in fünf Minuten erreichbaren Büro.


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  • Frankfurter Garten in der SZ

    (alerts)

    Unter dem Pflaster der Garten


    Das Frankfurter Ostend galt lange als Arme-Leute-Gegend. Doch mit dem Bau der Europäischen Zentralbank veränderte sich dort vieles – auch mit dem „Frankfurter Garten“.

    Die Gegend um den Frankfurter Ostbahnhof versprüht wenig Glamour, lange war sie ein Glasscherbenviertel. Doch seitdem ein Teil der ehemaligen Großmarkthalle abgerissen wurde und die Türme der Europäischen Zentralbank nach den Plänen des Wiener Architekturbüros Coop Himmelb(l)au ihre Schatten auf das Viertel werfen, verschwand manche düstere Ecke. Neue Wohnungen entstehen, der öffentliche Nahverkehr wurde ausgebaut, das Quartier verändert sich.

    An der ehemaligen Wendeschleife der S-Bahn am Danziger Platz blüht auf den Pflastersteinen seit 2013 der „Frankfurter Garten“. Der gleichnamige Verein verwandelte diese unwirtliche Brache in einen grünen Treffpunkt für das Viertel. Ein Zaun hegt die 2500 Quadratmeter große Fläche ein. Wer durch das Tor tritt, findet dort ein buntes, sympathisches, alternatives Miteinander.

    Einen Teil des Areals nehmen Hochbeete ein. Akkurat gezimmerte Exemplare stehen neben niedlichen, fast filigranen Kisten auf Stelzen, dazwischen machen sich klobige Betonkübel breit, die irgendwann als Verkehrsinsel dienten. In einem dieser Ungetüme schwimmen Fische, an der Oberfläche blühen Seerosen. Zum Frankfurter Garten gehört auch eine Holzwerkstatt, in der ehrenamtliche Helfer Hochbeete aus Abfallholz zusammenschrauben. Upcycling und Urban Mining, also Überflüssiges einsammeln und eine neue Verwendung dafür finden, zählt auch zum Konzept des Gemeinschaftsgartens. In ausrangierten Reissäcken wachsen Tomaten.

    Regelmäßig begleitet ein Hobby-Gärtner vom Verein „Frankfurter Garten“ Besucher durch die grüne Oase. An einem heißen Sommerabend leitet Boris eine kleine Gruppe. In einer Beetreihe wachsen beispielsweise die Zutaten für die Frankfurter grüne Soße. Zögerlich schnuppern die Gäste an den Blättern von Borretsch, Kerbel, Kresse, Petersilie, Pimpinelle, Sauerampfer und Schnittlauch, zerreiben die Blätter zwischen den Fingern, riechen, schmecken, raten. Eine ältere Dame erweist sich als echte Pflanzenexpertin. Vor Kurzem sei sie in die Stadt gezogen, erzählt sie, und bald möchte sie dort mit dem Gärtnern beginnen.

    Ebenso individuell wie die Pflanzen in den Gefäßen blühen Kräuter und Blumen um die Wette. Manche Bürger säen Radieschen und Salat, andere experimentieren mit dem Fruchtwechsel, eine Heilpraktikerin züchtet dort Heilkräuter. Verglichen mit den Hochglanzbildern vieler Gartenratgeber wirkt das Ganze ziemlich improvisiert; für jemanden, der mit einem großen Nutzgarten aufgewachsen ist, in dem es akkurat eingeteilte Gemüsebeete und Blumenrabatten gab, ist das gewöhnungsbedürftig.

    Gärten in der Stadt erfüllen eine andere Funktion als die auf dem Land. Wurzeln schlagen in einer neuen Umgebung, eine Anlaufstelle finden oder einfach raus aus den eigenen vier Wänden – es gibt viele Gründe, weshalb sich immer mehr Menschen in Ballungsräumen in gemeinschaftlichen Gartenprojekten engagieren.

    Deutschlandweit gibt es mittlerweile mehr als 550 solcher Initiativen, wie die Münchner Stiftungsgemeinschaft „Anstiftung“ auf ihrer Website auflistet. Manche von ihnen widmen sich interkulturellen Aspekten, andere wollen Stadtkindern die Natur näherbringen. Die gemeinsame Form des Gärtnerns kommt den meisten gelegen, denn ein eigener Garten ist harte Arbeit und braucht viel Zeit, das merken auch manche, die einen Schrebergarten pachten. Die Einstiegshürden in den meisten Gemeinschaftsprojekten sind dagegen niedrig: Einfach vorbeikommen und mitmachen.

    Wartelisten für die Hochbeete gibt es im Frankfurter Garten nicht, denn oft schließen sich mehrere sogenannte Beetpaten zusammen. Es gibt Studenten- und Familienbeete, passionierte Gärtner empfehlen das Gemeinschaftsprojekt ihren Kollegen und Freunden weiter. Auf diese Weise wächst die Gartengemeinde.

    Gemeinsam gärtnern hat eben diesen großen Vorteil: Die Arbeit lässt sich auf mehrere Schultern verteilen. „Wir gießen zwei Mal am Tag alles, für alle Beete brauchen wir rund dreieinhalb Stunden“, sagt Ilona Lohmann-Thomas, Vorstand des Vereins Frankfurter Garten. Für viele Hobbygärtner wäre das nicht machbar, deshalb helfen viele Freiwillige mit. Auch drei Teilnehmer eines Wiedereingliederungsprojekts kommen regelmäßig vorbei.

    Das offene Gartenprojekt ignoriert soziale Grenzen, das „Du“ wird gepflegt. Der Frankfurter Garten zieht auch manche Gestrandete an, die noch ihren Platz im Leben suchen. Am Danziger Platz helfen sie mit und finden einen Anker. Der Garten ist auch eine soziale Anlaufstelle. Junge Familien mit ihren Kindern versammeln sich um den kleinen Spielplatz mit Sandkiste und Schaukel, die Boule-Bahn bringt ein bisschen französische Lebensart ins Frankfurter Ostend. Selbst ein kleines Gewächshaus zählt zum Garten, in dem schon im Frühjahr angesät wird.

    In einer Ecke des Gartens hat Thorsten Herget acht Bienenvölker angesiedelt. Die 400 000 Bienen fühlen sich dort offensichtlich wohl. Ganze Schulklassen kommen vorbei, um die fleißigen Honigsammlerinnen aus der Nähe zu beobachten. Einige seiner Bienenvölker zogen schon aufs Land um, wenn es im Ostend zu eng wurde, wie der Hobby-Imker erzählt. Anders als manche konventionellen Imker, die den Bienenvölkern oft den kompletten Honig wegnehmen und durch Zuckerwasser ersetzen, lässt Herget seinen Bienen die Nahrung, die sie brauchen, um gut über den Winter zu kommen.

    Hier sprechen Frauen über die kleinen Sorgen und Nöte des Alltags

    Mittwochnachmittag lockt ein wöchentlicher Markt besonders viele Besucher an. Aber statt eines Wochenmarktes mit frischem Obst oder Gemüse bieten verschiedene Stände auf dem Danziger Platz Bratwürste, Fisch, Flammkuchen, türkische Gerichte sowie Kaffee und Kuchen an. Ein klassischer Wochenmarkt mit Produkten in Bioqualität habe sich nicht gelohnt, sagt Ilona Lohmann-Thomas. Doch die Idee eines Marktes wollte der Verein nicht aufgeben, und so gibt es Essensstände.

    An einem heißen Sommerabend sind die meisten schattigen Plätze belegt. Drei Nachbarinnen aus dem Viertel sitzen bei einem Glas Apfelwein zusammen und strahlen die Gelassenheit zufriedener Rentnerinnen aus. Sie besprechen die kleinen Sorgen und Nöte des Alltags, ihre Pläne für die kommende Woche. Und nebenbei beobachten sie, den wievielten Apfelwein sich der junge Nachbar genehmigt und mit wem er heute da ist.

    Im Frankfurter Garten arbeiten etwa 50 Ehrenamtliche. Es gibt Kurse für Schulen und Hortgruppen, Firmen schicken ihre Mitarbeiter zum „Teambuilding“ dort- hin, um beispielsweise gemeinsam ein Hochbeet zu bauen oder das Sprayen wie ein Streetart-Künstler zu lernen. Längst nicht alle Besucher wollen ihren grünen Daumen kultivieren. Manche schauen den anderen einfach gern beim Gärtnern zu. Auch für sie gibt es genügend Platz im Frankfurter Garten.

    http://www.sueddeutsche.de/geld/urban-gardening-unter-dem-pflaster-der-garten-1.3144319
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  • Mauergarten plant Werkstatt

    (Gu als Newsletter)

    An den drei kommenden Samstagen (3.9., 10.9. und 17.9.) jeweils ab 14 Uhr werden unter Diegos Bauleitung die beiden Tomatenhäuser fertig gestellt. Am ersten Bautag, an diesem Samstag den 3.9. ab 11 Uhr, laden wir alle auf der neuen Lagerfläche zum gemeinsamen Brunch ein. Kommt zum Austauschen, Pläne schmieden – und zum sich Stärken vor der Bauaktion! Ansprechpartnerin ist Viola.

    Neue Werkstatt – Treffen am Sa, den 3.9., um 14 Uhr

    Christian hat einen Plan für eine Werkstatt auf der neuen Lagerfläche entworfen (siehe Bild im Anhang). Wer sich an dem Bau beteiligen möchte, kann ihn an diesem Sa um 14 Uhr auf der Lagerfläche treffen.

    (Zur Kurzinfo: Am Ende der Gartensaison, voraussichtlich im Oktober, werden wir die Gartenfläche komplett Abbauen, damit die Erde im Zuge der Mauerpark-Neugestaltung umgetauscht wird.)


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  • viel Handwerk in den IG Gö geplant

    (Gu aus Antrag)
    Die Leute der IOG Gö haben handwerklich noch viel vor in diesem Jahr. So wollen sie im Geißmarer Garten eine Bieneninfotafel mit Schaukasten bauen, um SchülerInnen, SpaziergängerInnen und andere Interessierte mehr um das Bienenprojekt und Imkern vermitteln zu können. Bei Bau können auch Leute dabei sein, die nicht Mitglied im Verein sind. In beiden Gartenprojekten des Verein soll nun tatsächlich eine kleine Werkstatt aufgebaut werden und in Grone gibt es nach ausführlicher Diskussion die Entscheidung für den Bau einer Komposttoilette.


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  • Klunkergarten plant Werkstatthäuschen

    (Gu, mail, 14.10.)
    Vom Berliner Dachgarten Kulkergarten (Neuköln):
    „Wir haben zusammen mit unserem Schreiner ein Multifunktions-Häuschen für den Klunkergarten geplant.
    Es soll sowohl als Gartenwerkstatt dienen, als auch für verschiedene Workshops, zum Beispiel die Färbe-Workshops von Farbfelder, Platz bieten. Daneben wollen wir es als Versammlungsort für den Garten und als Ort für kulturelle Veranstaltungen im Garten, kleine Theaterprojekte, Lesungen, Minikonzerte, etc. nutzen. 
    Um den unterschiedlichen Bedürfnissen gerecht zu werden, bauen wir ein Holzhaus (4x 2,5 m) mit Wandschränken. Die Fronten der Wandschränke sind als Tischplatten benutzbar. Man soll sie von der Wand klappen können. Dahinter wird dann ein Regal mit den entsprechenden Materialien, Werkzeug, Anschauungsmaterial,… sichtbar. „
    Laut CM war im Sommer sehr wenig von einem Gemeinschaftsgarten dort zu sehen/zu erleben.
    jemand aus der Gruppe hat – vor Antragsstellung Holz und Material gekauft. Wir können das nicht rückwirkend fördern.

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  • neuer IG entsteht in Berlin-Marienfelde

    (Gu, Projektbesuch, 19.8.)

    In einer dicht bebauten Wohnungsanlage (Genossenschaft?) mit etlichen Grünflächen zwischen den Häuserschlangen entsteht der „Garten der Länder“ in Berlin-Marienfelde. Jemand von der Wohnungsbaugesellschaft hat das Gartenprojekt in Schöneberg gesehen (Garten der Kulturen/Pallaspark) und konnte gar nicht glauben, dass es a) gelungen ist aus der öden „Park“-Fläche (die ja aus Beton bestand) so ein Projekt zu machen und b) die Leute einzubeziehen und mit ihnen zusammen einen „funktionierenden“ Garten aufzubauen. So kam Karin Rieckmann, die das Projekt in Schöneberg aufgebaut hat, zu dem Auftrag, auch in Marienfelde einen IG aufzubauen. Auf der Fläche stand vorher ein Ökohaus – niemand weiß bisher so ganz genau, was die gemacht haben. Die Fläche ist umzäunt, Wasser und Strom legt die Wohnungsbaugesellschaft. Es gibt schon eine Gruppe Interessierter, die gerne loslegen möchte. Mit unserer Förderung für den Bau eines Häuschens, in dem der Strom mit untergebracht werden kann (was Bedingung war), kann nun die Planung Schritt für Schritt umgesetzt werden. Zunächst muss der stark verdichtete Boden abgetragen und Mutterboden (30cm) aufgeschüttet werden. Das wird ein Beschäftigungsträger machen. Wasser und Strom werden verlegt, das Häuschen gebaut, Beete angelegt. Sie wollen neben „Themenbeeten“ zu Pflanzen aus unterschiedlichen Ländern – Nutzpflanzen, die dann jeweils Gruppen (bestehend aus AnwohnerInnen) nach ihrem Gusto pflanzen und pflegen können – auch einen Werkstattbereich auf der Fläche haben. Für handwerkliche Tätigkeiten und aber auch als Raum für Kultur.

    Es gibt schon einen offenen Gartenchor, den jemand leitet, der den (gescheiterten) Garten der Poesie in Neukölln mit aufgebaut hatte.

    Bald haben sie ihr erstes Sommerfest und wollen da noch mehr MitmacherInnen werben.

    Es gibt schon eine Vernetzung zu der Jugendtheatergruppe vom Garten der Künste. Das sind hauptsächlich arabisch/palästinensisch-stämmige Jugendliche. In Marienfelde in der Wohnanlage leben neben Deutschen hauptsächlich russisch- und osteuropäisch-stämmige Menschen. Die Jugendlichen haben Möbel aus Kleingärten der MitmacherInnen in Marienfelde transportiert – und die Marienfelder waren ganz überrascht, dass „die“ ja echt höflich und aufgeschlossen sind und sogar gut Deutsch konnten.

    # IG Garten der Länder Berlin-Marienfelde

    # Wohnungsbaugesellschaft

    # Werkstatt im Garten

    # Kultur

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  • Giesinger Grünspitz: ein Gemeinschaftsgarten mit Lounge und Bühne entsteht

    (Gu, Projektbesuch am 7.8.)
    Auf einer 150m² großen Fläche entsteht seit Mai ein Gemeinschaftsgarten in Giesing. AnwohnerInnen sind auf Green City zugekommen mit dem Wunsch nach einem solchen Projekt. Der Stadtteilladen hat sie auf die Fläche gegenüber aufmerksam gemacht. Losgelegt haben sie auf diesen nun mit einem Bauzaun abgetrennten kleinen Fläche, die der Stadt gehört. Sie haben inziwschen eine weitere Fläche direkt dahinter (250m²) und sie bekommen auch noch den Rest des Platzes (Eigentümer ist eine Immobiliengesellschaft). Bisher war ein Autohändler auf dem Platz, der ist jetzt weg. Die Vertragsverhandlungen laufen noch. Sie wollen auf dem Platz dann neben den gärtnerischen Aktivitäten (mobile Beete/ z.B. aus Melonenkisten und großen Schafskäsebehältern) Outdoormöbel z.B. aus Paletten mit den AnwohnerInnen bauen, einen Loungebereich einrichten mit Hängematten und Liegestühlen (diese ggf nur an bestimmten Tagen), einer Bühne und ggf auch bisschen Essen und Trinken.
    Bisher sind 50 Leute auf der Interessentenliste, 15 sind „der harte Kern“ für das erste Stückchen. Sebastien von Green City koordiniert das Projekt. Sie haben dafür noch keine Werbung gemacht, die Leute kommen über Hörensagen und über das Schild am Zaun dazu.
    Es ist eng im Garten: allüberall sind Beete, viele mit Blumen bepflanzt – alles Spenden der Nachbarschaft. Es liegen Paletten, Erde, Baumaterialien herum, ein Grill ist da. Es ist bunt und ein wenig unübersichtlich.
    Bühnenelemente können sie eventuell von der Werkbox bekommen. Eine Bezugsquelle für Paletten ich in München die Großmarkthalle. Kontakt über Green City oder auch den Südgarten.
    Fotos beim Projekt (mehr …)

  • Farbfelder-Garten will Werkstatthaus bauen

    (Gu, Tel, 7.8.)
    Das Farbfelder-Projekt, Teil des Klunkergartens auf dem Klunkerkranich in Berlin-Neukölln wird am nächste Woche auf dem letztes Jahr noch nicht geöffneten Parkdeck 7 eine „eigene Ecke“ bekommen und dort den Färbergarten und die mobile Färberküche aufbauen. Es hat sich herausgestellt, dass die Färberpflanzen/Beete im Klunkergarten nicht wirklich „gesehen“ wurden und untergingen.
    Larissa möchte eine Färberwerkstatt aufbauen – ein Werkstatthäuschen, das die überdachte Möglichkeit schafft, Workshop zu machen und auch – da an einer Seite offen – kleinere Gartenkonzerte ermöglichen soll. Es gibt zwar inzwischen einen überdachten Teil des Klunkerkranichs, doch wird der von Bar/Eventbereich genutzt.
    Sie stellen wohl über den „Zu-Hause e.V.) einen Antrag bei uns (mehr …)