Schlagwort: Wilde 17 Berlin Wedding

  • Berlin: Wilde17 muss wohl umziehen

    (Mail)

    Für die Wilde 17 passiert ja vermutlich die kommende Vegetationszeit noch nicht viel. Aber in den nächsten fünf Jahren viel, da unsere Fläche seit 14. Dezember 2021 im neuen Sanierungsgebiet liegt. Stadtplanerisch wird dieser Kiez also ganz neu gedacht und dabei hat die Wilde 17 zwar Bestandsschutz als Projekt, aber wird wohl einen neuen Ort im Sanierungsgebiet bekommen. Was erfreulich ist, weil durch den Neubau im Nachbargrundstück unser jetziges Grundstück im Vollschatten liegen wird, also kein ertragreicher Gemüseanbau mehr möglich sein wird. Die anderen Grundstücke sind fast alle viel sonniger. Die Schattenlage spielt bei der Wilden 17 jetzt schon als Negativfaktor eine Rolle vor dem Neubau. (mehr …)

  • Wilde17 baut mobile Küche

    (Antrag/Antworten)

    In dieser Gartensaison wurden durch die engagierten Gärtner*innen mehrere Bauprojekte in Angriff genommen. Die Projekte befinden sich zum Teil bereits in der Bauphase, für andere Projekte werden aktuell die Weichen für eine erfolgreiche Umsetzung geschaffen (siehe Tabelle 1).
    Unser Garten ist im Kiez vielfältig vernetzt und interagiert mit Projekten (wie AUCH und Süß & Salzig), Schulen und anderen Treffpunkten (Lobe-Haus), weiteren Akteuren im Bildungssektor (Mädchenprojekt Mädea) und den Lernwerkstätten der Lichtburgstiftung. Wir haben uns dem Nachbarschaftsverein Soldiner Kiez e. V. als Projekt angeschlossen, über den wir den jährlichen Nutzungsvertrag mit dem Bezirk abschließen.

    Ziel des hier vorgestellten Bauprojekts ist die Erschaffung einer mobilen Küche für die Wilde 17. Im Rahmen dieses Bauprojekts sollen gebrauchte Module einer ehemaligen Gastroküche mit Hilfe diverser Baumaterialien und dem handwerklichen Engagement der Wilden 17 Gärtner*innen zu einer mobilen Küche aufgebaut werden. Mobil bedeutet in diesem Zusammenhang, dass alle Teile der Küche transportabel sind, so dass sie sowohl, je nach Bedarf im Garten selbst verschoben werden können, als auch, dass Sie bei Notwendigkeit eines potentiellen Umzugs der Wilden 17 auf ein anderes Grundstück, weiter zum Einsatz kommen kann. Zusätzlich sollen alle Module so aufgebaut sein, dass Sie platzsparend verstaut werden können und die Größe der Küchenelemente im Einsatz, dem jeweils aktuellen Einsatzzweck angepasst werden können. Alle Bautätigkeiten werden durch die Gärtner*innen der Wilden 17 umgesetzt.
    2.2 Nutzung der mobilen Küche
    Naturgemäß sind die Themen Garten, Ernte, Ernährung und damit auch die Verarbeitung von Lebensmitteln eng miteinander verknüpft. Kaum ein Lebensraum verbindet die Elemente Gemeinschaft, Natur und Umwelt, nachhaltige Lebensweise, so effektiv miteinander wie ein Gemeinschaftsgarten. Schon heute wird mit viel Herzblut und Improvisationsgeist in der Wilden 17 gemeinsam geerntetes Gemüse zubereitet und gegessen. Die Gruppengrößen variieren hier von spontaner kleiner Abendrunde zu dritt bis zu gut besuchten, öffentlichen Veranstaltungen.
    Im Rahmen dieser Aktionen entstanden einige weitere Ideen, wie das gemeinsame Konservieren geernteter Früchte und öffentliche Workshops zu den Themen Lebensmittel konservieren, Herstellung von Sirup, Kochen mit frischer Ernte, Fermentieren.
    Insbesondere alle Initiativen, wie öffentlicher Brunch, kulinarische Versorgung anderer öffentlicher Veranstaltungen im Garten und die Durchführung von „Mitmach-Worshops“ für die Nachbarschaft übersteigen die
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    aktuelle Ausstattung des Gartens mit Küchenmobiliar und Ausrüstung. Sowohl die bereits stattfinden Events als auch die hochmotivierten Pläne der Gärtner*innen und die erwähnten Grenzen durch die vorhandene Ausrüstung führten zu der Idee einer mobilen Küche.
    In Kombination mit dem bereits geförderten Lehmofen ermöglicht uns die mobile Küche die Umsetzung diverser kreativer Ideen zur Begleitung von Veranstaltungen z.B. auf unserer neuen Bühne, Workshops, Gartenfeste und andere Nachbarschaftsinitiativen.
    2.3 Bauplan und Planungsteam
    Für die Umsetzung der Idee wurde ein konstruktives und – wie in der Wilden 17 üblich – von Diskussionskultur und lösungsorientierter Vision inspiriertes Planungs-Team gegründet.
    In diesem Team wurde ein Bauplan entwickelt, welcher die Verwendung gebrauchter Module von Gastroküchen beinhaltet. Es handelt sich hierbei um 2 Edelstahl Arbeitsflächen mit Tischbeinen und einem Tresen-Modul, welches eine Spüle enthält und einen sicheren Wasseranschluss ermöglicht. Diese Teile sollen als fertige Teile in das Gesamtkonzept integriert werden, um die notwendigen Voraussetzungen bezüglich Hygiene in der Lebensmittelverarbeitung zu gewährleisten. Eine rudimentäre Grundausstattung ist bereits vorhanden und wird als Eigenanteil, in das Küchen-Konzept einbezogen. Auch diverse Baumaterialien im Wert von voraussichtlich ca. 600 Euro werden als Eigenanteil aus Spendengeldern finanziert.

    Aktuell sind in der Küchenbau-Gruppe 11 Gärtner*innen angemeldet, erfahrungsgemäß werden nicht alle wirklich mitbauen, Aber mit 6-9 Mitbauenenden in Aktion rechnen wir auf jeden Fall.

    – sind da Nachbar*innen eingeladen/ladet ihr Nachbar*innen dazu ein?

    ·         Ja, immer. Bevor es aktiv losgeht wird die Aktion über nebenan.de, und Mailverteiler angekündigt. Wer Lust hat mitzumachen ist immer herzlich eingeladen.

    – baut ihr auf eurer Fläche?

    ·         Ja, wir bauen auf unserer Fläche. Das Ergebnis soll aber auf jedenfall transportabel sein, damit wir im Fall der Fälle, dass wir irgendwann den Standort wechseln müssen, die Küche mitnehmen können. „Mobil“ ist auch eine Auflage des Bezirks, für alles was wir auf dem Grundstück bauen.

    – wo bekommt ihr das Werkzeug her oder habt ihr alles, was ihr braucht?

    ·         Einen Teil Werkzeug haben wir inzwischen fest da. Anderes Werkzeug wird privat mitgebracht. Es wurde gerade ein anderes Bauprojekt fertiggestellt – eine kleine Bühne, die wir in Zusammenarbeit mit einem Theaterprojet aus dem Kiez gebaut haben – und ein anderes Projekt ist fast fertig – unser Lehmofen – durch diese Projekte sind wir mit Werkzeug und tatkräftigen Leuten gerade erfreulich gut aufgestellt.


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  • Besuch von Gärten in Berlin

    (Projektbesuche)

    Vollguter Gemeinschaftsgarten

    Auf dem ehemaligen Brauereigelände gibt es seit ein paar Jahren den Vollguten Gemeinschaftsgarten. Entstanden aus einer Künstler*inneninitiative, die dunkle Ateliers im Komplex hatten und an dem Ort, an dem nun der Garten ist, einen Container aufstellten und so auch draußen sichtbar wurden. Der Garten entstand daraus. Ein interkulturelles Team junger Leute macht den Kern der Gartencrew aus. Viele weitere nutzen den Garten und seine Möglichkeiten und bringen sich mal mehr und mal weniger ein. Jugendliche nutzen die Möbel, es gibt Musik/Kulturveranstaltungen, einen Spielbereich für Kinder, natürlich Beete, handwerkliche Aufgaben und in der Mitte des Gartens hat die TU ein recht großes „Infohaus“ gebaut. Dieses bietet Schutz bei Regen und Kälte und ist mit Tischen und Stühlen so ausgestattet, dass Workshops, gemeinsames Planen usw. möglich sind. Das Haus ist und soll für die Nachbar*inneninitiativen nutzbar sein. Immer wieder übernachten Obdachlose im Garten, die sich wohl hauptsächlich positiv mit in den Garten einbringen. Es gibt immer wieder Probleme mit Drogen und der eine Initiator wurde mehrfach von Dealern bedroht, als er deren Verkaufstätigkeit im Garten unterbunden hat.

    Die Nutzungsdauer ist unklar, bisher läuft der Vertrag im September aus. Da auf/unter dem Gelände überall gebaut wird, kann es sein, dass sie erstmal verkleinern müssen. Der Garten beim Circular House ist inzwischen weg, das Haus wird umgebaut. Teile der Beete sind nun im Vollguten Gemeinschaftsgarten.

    Interkultureller Frauenkräutergarten

    Auf dem Jakbi-Friedhof in Neukölln gibt es inzwischen vier Gartenprojekte. Neben dem Prinzessinnengarten Kollektiv einen Teil des Weltackers, Plant-Age und einen Interkulturellen Frauengarten. Die Frauen bauen in Hochbeeten verschiedene Heilkräuter an und nutzen auch die wild wachsenden anderen Kräuter/Pflanzen mit Heilwirkung. Ihr Ziel ist es, eine Art alternative Apotheke aufzubauen, da den geflüchteten Frauen bei den Ärzten oft einfach nur Ibro verschrieben wird. Sie wollen richtig anbauen und die Sachen dann verkaufen in einem Webshop. Dafür sind sie gerade dabei, einen großen Antrag an die Software Stiftung zu stellen. Nächste Woche startet Beratung und Therapie für geflüchtete Frauen und Kinder im Garten. Das wird durch Open Society gefördert. Die ist auf den Träger (Flaming) zugekommen und hat diese Förderung angeboten

    Rote Beete

    Schon vor Corona hat sich die Kerngruppe des Gartens überlegt, wie sie die Mitgärtnenden zum „mehr mitmachen“ aktivieren könnten. Sie haben ein Dragon Dreaming gemacht und ihre Werte miteinander ausgehandelt und viele AGs gegründet. Für den Hauptansprechpartner war das zunächst nicht leicht, loszulassen, doch nur so konnten andere Verantwortung übernehmen. Während Corona haben sich viele neu für den Garten interessiert und beim ersten Plenum, das nun wieder ging, waren 30 Leute anwesend. Alle mussten sich bei „Wachstumswende“ eintragen und das trug zu mehr Verbindlichkeit bei. Den Garten haben sie auch neu strukturiert in kleinere Bereiche. Sie haben festgestellt, dass das Mitmachen so einfacher für Leute geworden ist. Sie übernehmen eine (Teil)Verantwortung für einen Teilbereich, der für die überschaubar ist. Alexandre, der bisherige Hauptansprechpartner erlebt sich nun als „Ermöglicher“, berät, ermutigt, vernetzt.

    Sie wollen ein Siebdruckgerät bauen und eine Aktion für die Nachbarschaft machen.

    Während Corona hatten sie Probleme mit einer Nachbarin, die ihnen unterstellte, sich nicht „coronagerecht“ zu verhalten.

    Wilde 17

    Nachbar*innen haben sich zusammen gefunden und auf einer ehemaligen Brache, die umgeben von Schrauberwerkstätten ist, einen Gemeinschaftsgarten aufgebaut. Die Fläche ist nicht geeignet, um im Boden zu gärtnern, so haben sie (zwei Systeme) Hochbeete gebaut. Es gibt zudem ein Gewächshaus, in dem auch mit exotischen Pflanzen experimentiert wird, wie Erdnuss, Kurkuma, Jams etc., ein Kräuterpodest, eine Sitzecke, Stauraum und derzeit wird ein großer Lehmofen gebaut (Finanzierung über Preis von Quartiersmeister). Ein weiteres Vorhaben ist der Bau (bzw die Vergrößerung) einer Bühne. Das Quartiersmanagement ist auch an sie herangetreten mit der Info, dass es unkompliziert Geld zu vergeben hat. Davon haben sie Hackschnitzel gekauft und den Boden damit bestreut, so dass es nicht mehr zu staubig ist. Die Beete haben sie so gebaut und organisiert, dass in einem Hochbeet vier Beete sind. Für die hat eine Gruppe die Verantwortung und kann pflanzen, was sie will (bzw pro Beet), doch die Ernte kommt allen zugute. Sie wollen auch gerne alles, was geerntet wird, zusammen mit Garten verarbeiten und gemeinsam essen. Während Corona hatten sie Probleme mit einem Nachbarn, der ihnen immer wieder gedroht hat, er würde ihre Aktivitäten (Kinder im Sandkasten, mehr als 2 Leute im Garten) bei der Polizei anzeigen.

    Permakulturgarten am Lobeblock

    Der Lobeblock ist ein schickes neues mehrstockiges Gebäude, in dem Coworking, ein Restaurant, Kunst usw untergebracht sind. Es ist direkt gegenüber der Wilden17. In dieser Gegend wirkt es wie ein Ufo. Im Innenhof wird derzeit ein Permakulturgarten aufgebaut. Es sind wohl 40 Nachbar*innen in der Gartengruppe dabei, hauptsächlich bauen Eric und Tom den Garten. Es gibt Hühner (im schönsten Hühnerstall, den ich je gesehen habe) und andere Kleintiere. Der Boden ist auch hier nicht zum Gärtnern geeignet. Sie haben Zugang zu guter Muttererde, die sie aufschütten (in die Beete schütten) und bauen Pflanzen an, die dabei helfen, die Gifte aus dem Boden zu holen, wie Sonnenblumen und Klee (Phytosanierung). Der eine Koordinator ist Permakulturdesigner um Imker und sie geben die Gestaltung der Beete und des Gartens vor. Beraten wird sie Marco Clausen, der im Lobe-Block sein neues Büro hat. Seine Miete deckt er durch die Beratung des Gartens.

    Mauergarten

    Der Mauergarten ist wieder eröffnet. Die Umbaumaßnahmen des Mauerparks sind abgeschlossen. Es gibt wie vor den Umbaumaßnahmen, keinen Zaun. Noch gibt es keine Beschilderung und so ist schon das eine oder andere abgeerntet worden und „Fremde“ haben gegossen und Hunde tollen über das Gelände. Seit der Wiedereröffnung haben sich 46 neue Leute für ein Mitmachen gemeldet. Sie haben schon ein paar neue Hochbeete gebaut und dafür (für die Größe) eine Beetschablonen entwickelt. Wichtig ist ihnen, dass Rollis zwischen den Beeten durchkommen. Die Beete werden dann geteilt, so dass mindestens zwei Leute in einem Hochbeet gärtnern. Sie hoffen, dass so mehr Gemeinschaft entsteht. Wenn man mitmachen will, bekommt man am Anfang kleinere Beete, die auch nix kosten. Nach einem Jahr kann man sich dann entscheiden, weiter zu machen und wird dann Vereinsmitglied und bekommt ein größeres Beet. GrünBerlin hat sie mit Holz und Erde beliefert, sie müssen weder Pacht noch Strom noch irgendwas zahlen.


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  • Wilde 17 in Berlin

    (Antrag/Antworten)
    Die Geschichte der Wilde 17 begann Ende 2016 als sich eine Handvoll Nachbar*innen das erste Mal über nebenan.de traf, um das Projekt eines Gemeinschaftsgartens in direkter Nachbarschaft des Bahnhofs Gesundbrunnen zu starten. Mit Unterstützung des Quartiermanagements Badstraße und des Vereins Agrarbörse e.V. konnte der Bezirk überzeugt werden, uns eine Brachfläche in der Böttgerstraße zur temporären Nutzung bereitzustellen: Die Wilde 17 konnte entstehen.

    Die komplett vermüllte Fläche wurde von uns bei winterlichen Temperaturen entrümpelt. Als ehemalige Abstellfläche für alte Autos war klar, dass wir nichts Essbares würden in den Boden pflanzen können. Also wurden Paletten und alte Fenster in der Nachbarschaft gesammelt, die uns als Baumaterial für die Hochbeete dienten. Die Kiez-Tauschbörse versorgte uns mit den ersten Gemüsesamen. Durch viele Hände und Köpfe entstand bis Sommer 2017 ein ganz besonderer Ort, an dem die Nachbarschaft zusammenkommen kann und man mit dem Kopf zwischen Pflanzen, Erde an die Finger bekommt.

    Mit der Wilden 17 möchten wir in einem dichtbesiedelten Stadtteil einen Ort schaffen, wo wir als Menschen aus der Nachbarschaft zusammenkommen und gemeinsam gärtnern können. Viele von uns haben wenig Wissen darüber, wie Gemüse eigentlich wächst und wie Pflanzen und Insekten in Wechselwirkungen zueinander stehen. Gemeinsames Gärtnern ist praktischer Pflanzenkundeunterricht, der Respekt vor unserem Essen fördert und vor allem Spaß macht. Aber, was mindestens genauso wichtig ist, in einer Gesellschaft, in der die Schere zwischen Arm & Reich immer weiter auseinanderklafft und Parallelgesellschaften vielfach Normalität sind, wollen wir einen Gegenpol bieten, einen Ort, an dem wir einen gesellschaftlichen Querschnitt um die Beete, am Tisch und vor der Bühne versammeln, und so einen Austausch auf Augenhöhe ermöglichen.

    Niedrigschwellige Eintrittsbedingungen sowie der Anspruch, dass jede Stimme gehört wird, sind uns dabei besonders wichtig. Unser Garten mitten im Kiez schafft nicht nur Biodiversität, sondern vor allem Berührungspunkte zwischen Menschen, die im Alltag so nicht zustande kämen. Die „Wilde 17“ versteht sich dabei als basisdemokratisches Experimentallabor. Die Individualität eines/r jeden Einzelnen findet Berücksichtigung in Diskussions- und Entscheidungsprozessen. Gesellschaftliche Diversität steht dabei als wertvolles Gut im Fokus, das im heterogenen Wedding erhalten und gegen Gentrifizierung und Ausgrenzung verteidigt werden muss. Deshalb gärtnern wir für die Gemeinschaft und vergeben Beete nicht zur privaten Nutzung. Mit unserem Erzeugten kochen wir gemeinsam; es gibt regelmäßig einen öffentlichen Brunch, auf dem selbst Geerntetes und gerettetes Essen vom Food Sharing geteilt wird. In dieser Gartensaison wollen wir mit Unterstützung von Quartiermeister Bier einen Pizzaofen bauen, der auch für die Nachbar*innen öffentlich sein wird.

    Unser Projekt ist im Kiez vielfältig vernetzt und interagiert mit Theaterprojekten (AUCH), Schulen (Diesterweg Gymnasium), interkulturellen Vereinen (Salam) und anderen Treffpunkten (Lobe-Haus), weiteren Akteuren im Bildungssektor (Mädchenprojekt Mädea, Sprint) und Mediengestaltenden (Wiki-Wedding). Im letzten Jahr haben wir uns dem Nachbarschaftsverein Soldiner Kiez e.V. als Projekt angeschlossen, über den wir auch einen Vertrag zur jährlichen Nutzung mit dem Bezirk geschlossen haben.

    Eine Förderung durch die Anstiftung unterstützt unsere Gartenaktivitäten in den nächsten Jahren durch die Renovierung unserer Beete und hilft uns konkret, das Gartenjahr 2020 zu realisieren, um die „Wilde 17“ als Nachbarschaftstreffpunkt und Ort für Urban Gardening zu erhalten.

    Unsere laufenden Kosten (Steuern, Straßenreinigung, Müllabfuhr Wasser, Strom etc.) decken wir unserer Inklusionslogik folgend ohne regelmäßige Gebühren für die Gärtnernden, um wirklich allen Menschen eine Teilhabe zu ermöglichen. Dies erreichen wir über Spenden, Feste und punktuelle Unterstützung durch Fördermittelgeber. In der Vergangenheit haben wir Förderungen durch das Quartiersmanagement Badstraße, das Quartiermeister Bier und die Agrarbörse erhalten.

    Das Geld für Garteninvestitionen ist somit notorisch knapp und wir versuchen, so viele Materialien wie möglich aus dem Kiez zu nutzen, sei es geschenktes Baumaterial über nebenan.de oder gefundenes Holz, was wir recyclen. Auf diese Weise können wir viele, aber leider auch nicht alle unserer Bedarfe decken.

    Nach drei Jahren Nutzung sind unsere selbstgebauten 41 Hochbeete, unsere Kräuterpyramide mit zwei weiteren Beeten für Obststräucher und vielen Kräuterkästen sowie unser Gewächshaus mit vier weiteren Beeten sanierungsbedürftig. Wir müssen Erde nachfüllen und wollen auch gern noch zwei bis drei weitere Hochbeete neu bauen. Die genutzten Schrauben sind witterungsbedingt austauschbedürftig, genauso wie die Folien an vielen Beeten. Leider können wir Erde nicht über das Grünflächenamt bekommen; Versuche sind in der Vergangenheit gescheitert. Im letzten Jahr haben wir durch eine großzügige Spende Erde von unserem Nachbar*innen vom Lobe-Block erhalten, aber in diesem Jahr benötigen wir insbesondere in diesem Bereich Unterstützung. Da wir selbst keine Transporter haben, ist es für uns wichtig, dass wir einen Anbieter finden, der die Erde anliefert. So kann auch auf schädliche Plastiksäcke verzichtet werden.

    Zudem würden wir gern samenfestes Saatgut kaufen, um zukünftig unser Saatgut sicher selbst nachziehen zu können. In den Anfangsjahren der Wilde 17 hat es uns zum Teil an Erfahrung gefehlt; zum Teil haben wir Spenden erhalten und wissen nicht in jedem Fall, ob das in den letzten Jahren verwendete Saatgut auch samenfest war. Um Probleme bei der Nachzucht zu vermeiden, wollen wir noch einmal neues Saatgut von einem professionellen Anbieter erwerben.

    Darüber hinaus würden wir uns über Unterstützung im Bereich von Arbeitsgeräten freuen. Wir nutzen gemeinsam mit unseren Nachbar*innen vom Lobe-Block eine Schubkarre. Es hat sich in der Vergangenheit gezeigt, dass dies nicht immer ausreichend ist. Wir würden daher gern eine eigene Schubkarre anschaffen, die wir natürlich auch unseren Nachbar*innen zur Verfügung stellen würden. Für Bauaktivitäten hat uns zudem in der Vergangenheit eine gute Säge gefehlt. Wir haben, wenn möglich, Werkzeug privat ausgeliehen, aber die regelmäßigen Bautätigkeiten auf der Wilde 17 würde durch eine professionelle Kreissäge zusätzlich unterstützt. Die Säge würde auch unseren Nachbar*innen vom Lobeblock, unserem Trägerverein Soldiner Kiez, der ein Repair Cafe betreibt, und den Gärtnernden der Wilde 17 für andere Projekte zur Verfügung stehen. Um Diebstahl zu vermeiden, würden wir die Säge bei einem Mitglied oder im Lobe-Block lagern. Da die Kontakte zu unseren Partner*innen eng sind, wäre der Austausch problemlos möglich.

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    • Sie schreiben, dass es sich um eine temporäre Nutzung handelt: was genau bedeutet das? Wie lange läuft die Nutzungsvereinbarung, wie sind die Fristen?

    Wir erhalten vom Bezirksamt nach Bezahlung der anfallenden Nutzungsgebühren (Steuern, Straßenreinigung) eine jährlichen Nutzungsvertrag. Im letzten Jahr haben wir vom Bezirksamt eine Perspektive für die Flächennutzung für die nächsten 5 Jahre zugesichert bekommen. 

    • Wie groß ist die Fläche?

    Die Fläche ist 560 m2 groß.

    • Wie ist der Garten organisiert? Gärtnern alle gemeinsam oder gibt es (auch) individuelle Beete? Was passiert mit der Ernte?  

    Wir sind in Beetgruppen organisiert. Dabei teile sich zwei bis vier Personen meist vier Hochbeete zur gemeinschaftlichen Bewirtschaftung. Darüber hinaus gibt es auch Leute in unserer Gruppe, die nicht gärtnern möchten und sich beispielsweise bei den Veranstaltungen einbringen. 

    Die Ernte ist gemeinschaftlich. Das heißt, wir ernten und kochen regelmäßig gemeinsam und nutzen unsere Ernte auch für die öffentlichen Brunch-Sonntage zweimal monatlich oder Feste bzw. Veranstaltungen, die wir organisieren. 

    • Wie groß ist die Gruppe die gärtnert? Wie groß ist die Kerngruppe?

    Wir sind in der Kerngruppe etwa 30 Leute, zudem gibt es viele weitere Unterstützer*innen, die regelmäßig zu unseren Veranstaltungen kommen. Im letzten Jahr hatten wir 28 Mitgärtnernde. Die Beetgruppen für dieses Jahr stehen noch nicht fest und sollen auch neu zusammenkommen, damit immer andere Leute zusammenarbeiten und sich so als Nachbar*innen kennenlernen. Zudem wollen wir auch diese Saison wieder aktiv in der Nachbarschaft werben, um weitere Mitgärtnernde zu finden.

    • Wie werden Entscheidungen getroffen und wie läuft die Kommunikation?

    Wir haben in der Saison alle zwei Wochen einstündige Organisationstreffen, auf denen wir Entscheidungen mehrheitlich treffen. In der weniger aktiven Zeit organisieren wir so genannten Zukunftswerkstätten, bei denen wir uns länger treffen, um Planungen für das kommende Gartenjahr anzustellen. Vorbereitet werden Entscheidungen zudem in thematischen Arbeitsgruppen (Baugruppe, Gartengruppe, Kommunikationsgruppe etc.), die sich zu Einzelfragen treffen oder sich virtuell über den Chatdienst Telegramm abstimmen und aufbereitete Ideen dann der größeren Gruppe beim Organisationstreffen vorstellen. Zudem nutzen wir Telegramm und Mail, um uns zu kleineren Fragen ad hoc abzustimmen. (mehr …)