(Gu, Projektbesuche, 9.7., 13. und 14.7.)
Das „Bunte Gemüse“ Jena ist ein Gartenprojekt, das zunächst direkt auf der Fläche eines Abentuerspielplatzes entstand. Die gartenbegeisterten Kinder haben gartenbegeisterte Eltern mitgebracht. Inzwischen wird dieses Stück hauptsächlich von einem anerkannten Flüchtling bewirtschaftet. Für alle anderen gibt es eine Fläche, die an den Abenteuerspielplatz angrenzt und inziwschen dazu gehört. Noch muss man über die Fläche des Spielplatzes laufen, aber die InitiatorInnen versuchen, ein Tor in den Zaun einsetzen zu lassen bzw die Genehmigung dafür zu bekommen. Hier gärtnern Flüchtlinge aus der nahen GU, Kinder, Eltern, Interessierte. Der Garten ist noch im Aufbau, als ich da war, haben Frauen aus Abbruchsteinen ein Mosaik in die Mitte des Gartens gesetzt, um eine schöne Aufenthaltsfläche zu bekommen. Sie haben diverse Möglichkeiten zu kochen, es gibt – Überrest eines fehlgeplanten Lehmhauses – eine Art Bühne. Alles ist gemeinschaftlich. Nebenan können sie Räume der Tafel nutzen. Hier gibt es auch eine kleine Werkstatt.
Im Garten sind die Pflanzen mit Fotos an die Beete angebracht und mit ihren deutschen Namen, ebenso die Gartengeräte etc.
Diana, die den Garten koordiniert, erzählte, dass einige Leute aus der GU Wohnungen bekommen sollten, aber lieber in der GU blieben – sie wollen den Garten in der Nähe und haben dort schon Kontakte geknüpft und fühlen sich gut aufgehoben und gefragt.
Leute vom „essbares Jena“ haben vier Flächen, die sie für andere bepflanzen und pflegen. Problem: Wasserzugang. Sie gehen mit ihren Gießkannen von Geschäft zu Geschäft. Die AnwohnerInnen der Flächen ernten gerne ab und an, doch machen sie nicht wirklich mit. Sie wollen noch mal mehr Werbung machen und mit Schildern an den Flächen versuchen, mehr Leute zu gewinnen.
Der WillkommenesKulturGarten in Berlin Spandau ist im Rahmen einer Fortbildung als Praxisprojekt entstanden. Die GU ist in einer riesengroßen Kaserne (ehemals englisch) und wahrscheinlich wird das eine der zentralen Erstaufnahmestellen Berlins werden. Auf einer Fläche, die auch ohne Durchgang durch das Haus erreichbar ist, hat eine Gruppe ein Gartenprojekt aufgebaut. Sie gärtnern in Hochbeeten, Hügelbeeten und im Boden. Es sind auch Leute aus anderen Gartenprojekten dabei (die ncoh studieren), wie z.B. vom Garten ohne Grenzen aus Berlin Kreuzberg. Leute aus dem neuen Druchgang der Fortbildung sind auch schon involviert, so dass die Hoffnung besteht, dass die Koordination übergeben werden kann. Das Heim unterstützt das Projekt (was Ausgangspunkt für diesen Ort war) und die Sozialarbeiterin ist voll involviert. Sie ermutigt die Leute, auch dann zu gärtnern, wenn keiner von der Begleitgruppe da ist. Noch wird es von den meisten BewohnerInnen zögerlich angenommen, doch sind die Kinder mit Begeisterung dabei. Manche Pflanzen stehen kurz vor dem „Gieß-Tod“ (zu viel Wasser)
Zehlenwandler aus Berlin-Zehlendorf hat letztes Jahr mit einem Beet vor einem U-Bahnhof (Onkel-Tom-Straße) begonnen. Sie sind eine Transition Town Gruppe, die Gärten als ein machbares Praxisprojekt sieht. Das Beet ist ganz im Sinne von „essbare Stadt“, alle können ernten. Es sieht nicht geplündert aus, es gab wohl auch Schilder, dass hauptsächlich die Kräuter für alle sind. Das zweite Projekt entsteht nun in der sogenannten Papageiensiedlung (Ex-amerikanisch), in der viele Einfamilienhäuser mit Abstandsgrün stehen. Sie haben eine bis vor kurzen wohl völlih kahle Fläche am Rande einer neu gestalteten Grünfläche bekommen und zunächst 2 Hochbeete aufgebaut. Sie wollten 5, doch stellt sich nun heraus, dass es doch nicht so viele Leute sind, die zuverlässig gießen können etc. Es gibt keinen Zaun und die Gießkanne ist mit einem einfachen ZahlenSchloß direkt an den Beeten befestigt. Wasser bekommen sie von einem Außenanschluß des gegenüberliegenden Hauses. Sie hoffe, dort dann auch Geräte unterbringen zu können, noch bringen alle die Sachen von zu Hause mit und nehmen sie dann auch wieder mit nach Hause. Es gibt hauptsächlich Wohlwollen der Anwohnenden. Noch gibt es nur ein Minischild, was nicht aussagt, dass man mitmachen kann. Sie wollen nochmal gezielt werben und auch eine kleine Eröffnungsveranstaltung machen. Ute Scheub gehört zu der Gruppe, so ist es kein Wunder, dass sie Terra Preta mit in den Beeten haben.
Sie sind vernetzt mit den umliegenden Projekten.
Die Pallstgärten sind zwei direkt aneinander grenzende Gartenprojekt am Sozialpallast in Berlin-Schöneberg. Den einen, Garten der Künste, gibt es schon länger, der andere ist nun neu dazu gekommen. Der Garten der Künste ist ein eher „klassischer IG“, mit individuellen Beeten, hier auch mit Zäunen daziwschen und viel privatem auf den einzelen Parzellen. Der neue Garten ist ein Gemeinschaftsgarten ohne individuelle Parzellen und mit deutlich jüngeren Leuten, die auch alle in der Nachbarschaft wohnen. Diese Gruppe hat schon jetzt einen Schwerpunkt auf alten Sorten, Vielfalt des Gemüses und viel Interesse, das zu vertiefen (was wir auch fördern). Es gibt einen Verein für beide Projekte (was Bedingung von „Soziale Stadt“ war, die auch die Infrastruktur des neuen Projekts gefördert hat). Der Vorstand ist besetzt mit Leuten aus beiden Gärten. Noch sind sie im Annäherungsprozeß. (mehr …)