Schlagwort: Winteraktivitäten

  • Hamburg: Obstbaumschnitt und Zusammenkunft im Winter

    (Sachbericht)

    Wir haben in einen tollen Baum- und Gehölzschnittworkshop abhalten können, der mit 22
    Teilnehmer*innen sehr gut besucht war. Wir haben die Werbung für den Workshop lediglich
    intern über unseren Newsletter geschickt und haben eigentlich mit weniger Leuten
    gerechnet. Aber das Thema hat wohl einen Nerv getroffen und so kamen trotz Kälte am
    03.Februar so viele Menschen zusammen. Unsere Workshopleitung hatte sich noch
    Unterstützung mitgebracht und so konnten auch wirklich alle einmal selbst Hand anlegen.
    Ohne die Sägen, Astscheren und die Axt wäre das nicht möglich gewesen. Es ist durchweg
    gut gelaufen, ein Glück hatte die Kochgruppe genügend Essen gekocht, so konnten wir alle
    Teilnehmenden auch noch mit Suppe versorgen. Die Werkzeuge sind nun in unserer
    Werkstatt untergebracht. Nach einer kleinen Einweisungen können sich alle Gärtner*innen
    die Werkzeuge ausleihen. Im Anhang findet ihr Fotos des Workshops.

    Die zweite Förderung von der anstiftung haben wir für unsere Winter- und
    Frühlingskochreihe „Kochen am offenen Feuer“ erhalten. Mit unserem neuen Dreibein und
    den passenden Töpfen haben wir die Samstage am Feuer verbracht. Die Idee eines
    Angebotes, dass auch im eher leeren Gartenwinter einen Ort zum Zusammenkommen
    bietet, ist gut angekommen. Da wir eine gelernte Köchin als Anleitung hatten, haben einige
    das Angebot auch genutzt um sich den einen oder andren Kochtrick abzuschauen. Das
    Angebot war gut besucht, je nach Wetter hätten es aber auch noch mehr Teilnehmende sein
    dürfen. (mehr …)

  • Hannover: Gruppe des Palettengarten Misburg trifft sich auch im Winter

    der Palettengarten wird weiterhin fleißig genutzt und bepflanzt. Am 04.10.2023 haben wir zum Abschluss der Gartensaison ein schönes Erntedankfest veranstaltet. Aktuell geht der Garten in die Winterpause, die Interessierten treffen sich jedoch weiterhin wöchentlich bei uns im Kulturbüro zur Besprechung des kommenden Jahres und für kleinere Bastelprojekte (mehr …)

  • Coswig: Winteraktivitäten im IG

    Wir haben auch über den Winter unsere Aktivitäten im Verein nicht ruhen lassen. Im Dezember trafen wir uns, um Wintergemüse zu ernten und zu verteilen. Grünkohl, Rüben, auch Kohlrabi und die letzten Kürbisse , alle wissen unser Ökogemüse zu schätzen. Aber, das Wichtigste war der schöne Treff, es tat uns gut, weil wir im November und Dezember seltener Einsätze machen. Wir sind froh, dass uns Corona bei der Arbeit im Garten nicht beeinträchtigt.

    Wir starten jedenfalls mit frohem Mut in das neue Jahr!

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  • Garten der Hoffnung in Otterndorf und Corona

    (aus dem Sachbericht)

    Im Frühjahr haben wir noch gemeinsam mit zwei Flüchtlingsfamilien die Beete vorbereitet und das Gemüse eingesät, und ein Fest zum internationalen Frauentag (von den Frauen aus dem Garten initiiert, in der Otterndorfer „Stadtscheune“ veranstaltet) konnte gerade noch im letzten Moment stattfinden. Doch dann kam der Lockdown, und es ging erstmal gar nichts mehr. Wir haben die Zeit überbrückt, indem wir uns versetzt um den Garten gekümmert haben. Es gab zum Beispiel einen Gießplan, in den auch einige der Geflüchteten regelmäßige Verantwortung übernommen haben. So ist das Gemüse und das Obst gut gewachsen. Zum Ernten kamen die Familien und Einzelpersonen versetzt, das klappte gut, ohne dass wir etwas organisieren mussten. […]
    Als es im Sommer wieder erlaubt war, haben wir mit den Aktiven unseres Gemeinschaft­s­garten-Projekts ein Picknick im Garten veranstaltet, um den Zusammenhalt der Gruppe zu wahren. Wir haben kleine Sitzgruppen mit festen Sitzplätzen vorbereitet, so dass wir uns nicht zu nahe kamen. Alle aus der Kerngruppe sind gekommen und haben sich etwas zu essen mitgebracht, so dass es ein angeregter Nachmittag mit ca. 20 Personen (plus Kinder) wurde. Zu diesem Ereignis hatten wir auch ein Paar aus Zimbabwe und ein Paar aus Kolumbien eingeladen, die gerade aus einem Camp nach Otterndorf gekommen waren.

    Mit den „Neuen“ haben wir in den Sommermonaten abwechselnd wöchentlich samstags im Garten Deutsch-Übungsstunden durchgeführt.

    Es gab noch zwei weitere Veranstaltungen in diesem Jahr:

    Im August haben wir den afghanischen Schriftsteller, der in diesem Jahr Stadtschreiber in Otterndorf war, zu einem Austausch eingeladen, an dem natürlich hauptsächlich afghanische Familien und interessierte Deutsche teilgenommen haben.

    Im Oktober gab es dann ein großes Treffen, um unsere Äpfel (dieses Jahr eine reichhaltige Apfel- und Birnenernte) zu Saft zu verarbeiten. Vorher gab es kleinere gemeinsame Aktionen, um die Früchte zu pflücken und in Kisten zu packen. Wegen besserer Hygiene­bedingungen und mehr Platz bei unsicherem Wetter haben wir die Apfelsaftproduktion in Haus und Garten von mir und meinem Mann verlegt. Alle ca. 25 Erwachsene und Kinder haben beim Waschen, Schneiden, Zermahlen, Pressen und Abfüllen geholfen, und jede Familie konnte einige Flaschen Apfelsaft mit nach Hause nehmen.

    Spontane Nutzung des Gartens als Treffpunkt, zur Ernte und zur Erholung

    Trotz oder vielleicht auch gerade wegen der Corona-Einschränkungen wurde der Garten zu verschiedenen Anlässen und von verschiedenen Gruppen genutzt: die hiesige Bauchtanz­gruppe hat wegen der besseren Abstandsmöglichkeiten einige ihrer Treffen in den Garten verlegt; die Teilnehmer*innen des B2-Kurses haben ihr Abschluss-Essen dort veranstaltet; zwei afghanische Familien haben den Garten für ein privates Fest genutzt; die BUND-Gruppe hat Brunnen-Wasser-Untersuchungen angeboten, die Organisationstreffen für das Hadler Forum fanden meist dort statt, wie auch Treffen von anderen Umweltgruppen. Und im Sommer sind viele unabhängig voneinander einfach mal so im Garten vorbeigekommen.

    Erweiterung der Möglichkeiten
    Es wurde ein neuer Verein gegründet, dieser ist Mieter des „Hadler Forums“, einem Initiativentreffpunkt in Otterndorf, den wir gemeinsam mit hiesigen Umweltgruppen (NABU, BUND) geschaffen haben. Die Räume werden seit Mai 2020 für Beratung, Deutschkurse und als Informations-Raum der beteiligten Gruppen genutzt, es gab hier den Sommer über feste Zeiten, an denen Interessierte im Hadler Forum Ansprech­partner*innen antreffen konnten. Seit dem November-Lockdown lässt sich das nicht mehr oder nur noch nach vorheriger Terminvereinbarung umsetzen. Die Idee, dass wir uns als Gartengruppe in den kälteren Monaten im Hadler Forum weiter treffen und z.B. gemeinsam mit den Umweltgruppen kleine Diskussionsnachmittage veranstalten, konnte coronabedingt in diesem Winter nicht umgesetzt werden.


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  • Möbelbau für Gemeinschaftsgarten im Haus der Statistik (Campus Cosmopolis)

    (Mail, Gu)

    der Garten ist gerade ziemlich im Winterschlaf. Allerdings haben wir letzte Woche einen Möbelworkshop gemacht in dem wir Sitzmöbel für den Garten gebaut haben. Ein weiterer Termin wird im Februar folgen. Ich kann dir gerne Bescheid geben, wenn ich weiß wann der nächste Workshop ansteht. Ich denke, dass die Möbel dann im März, vllt früher, runter wandern werden. Aktuell stehen sie noch in den Arbeitsräumen oben, die aber auch Veranstaltungs- und Workshopräume sind. Ab dem Frühsommer würde ich gerne ein regelmäßiges Café/Get-together im Garten veranstalten. Eine EInladung schicke ich dir dann gern! Das ist aber noch eine Weile hin. Jetzt erst mal Winter und Schnee… Ansonsten planen wir einige Veranstaltungen/Workshops in 2017 die nicht direkt mit dem Garten zu tun haben, aber hoffentlich zu Teil dort stattfinden können (mehr …)

  • Winter-„CampusGartenKüche“ im CampusGarten Köln mit Foodsharing

    (GU)

    09. Januar 2017

    Schon von weitem sieht man den Schein des Lagerfeuers, um das sich eine Gruppe Studenten versammelt hat. Die Kölner Campus-Gärtner sind von den kalten Temperaturen im Moment nicht im Geringsten beeindruckt. In bester Laune lässt man sich hier im Campusgarten der Uni Köln vom Feuer wärmen, trinkt einen heißen Tee und schnippelt nebenbei Gemüse für das Abendessen. Die Organisatorinnen des neuen „CampusGartenKüche“-Projekts Carmina und Mira freuen sich über jeden Interessierten, der sich dazu gesellen möchte. Auch ich fühle mich sofort in die Gruppe integriert. Mit einem heißen Getränk in der Hand vergesse auch ich, dass es hier draußen eigentlich nur 4 Grad sind.

    Das Projekt CampusGartenKüche soll einmal im Monat stattfinden. „Spontane Schnippelpartys gab es schon öfter. Jetzt wollten wir aber einen festen Termin an dem wir gemeinsam ein Abendessen zubereiten“, erklärt Organisatorin Mira. In lockerer Atmosphäre wird gekocht, was vorher im Garten geerntet wurde. So zumindest der Plan für die Sommermonate. „Im Moment verwerten wir ausschließlich Lebensmittel, die bei Foodsharing gerettet wurden“, berichtet Mira stolz. „Es ist unglaublich, wie viel da zusammenkommt.“ Der CampusGarten ist einer der sogenannten Verteiler der Foodsharing-Community, deren Mitglieder übrig gebliebene Lebensmittel im Internet melden, statt sie wegzuwerfen, und privat oder an Hotspots untereinander tauschen. Im hinteren Bereich des Gartens gibt es einen Schrank, in dem gerettete Lebensmittel gelagert werden. Jeder Besucher ist herzlich eingeladen, etwas für den eigenen Verzehr mitzunehmen.

    Nachdem das Gemüse gewürfelt und in einem großen Topf gesammelt ist, entfacht Carmina ein weiteres kleines Feuer, auf dem der Gemüseeintopf zum Kochen gebracht wird. Während wir darauf warten, dass das Abendessen fertig wird, haben die beiden Organisatorinnen Zeit zu erzählen.

    Seit April 2013 existiert der CampusGarten. Das gemeinnützige Urban-Gardening-Projekt wurde vom AStA der Uni Köln ins Leben gerufen. Der Garten entpuppte sich sofort zum Dreh- und Angelpunkt für begeisterte Gärtner und Gärtnerinnen in der Umgebung. CampusGartenKüche-Organisatorin Carmina ist seit der Gründung des Gartens dabei und zeigt sich begeistert, dass es nicht nur Studenten sind, die sich hier engagieren. „Eine ältere Dame kam im letzten Sommer fast jeden Tag hierher, um gemütlich ein Buch zu lesen oder mit uns zu quatschen“, erinnert sie sich. Viele ältere Menschen aus der Nachbarschaft sind genauso begeistert wie die Studenten, wenn es darum geht, gemeinsam im Garten zu arbeiten und Zeit miteinander zu verbringen. Jeden Sonntagnachmittag ist Gartentag, an dem sich Hobbygärtner – ob Anfänger und fortgeschritten spielt dabei keine Rolle – beteiligen können. In großen, selbstgebauten Kisten pflanzen die Gärtner alle erdenklichen Gemüsesorten an. Ein Diplombiologe hat großen Spaß daran, stetig neues Saatgut zu produzieren. So gibt es immer wieder neue Samen und eine immer größere Vielfalt an Pflanzen wächst im Garten.

    Hinter den vielen tollen Projekten des CampusGartens steckt ein ehrenamtliches Orga-Team, das immer wieder neue Ideen hat und diese auch umsetzt. Neben der neuen CampusGartenKüche bieten die Gärtner Workshops an, in denen Interessierte lernen können, wie und wann man welche Samen aussät und wie man diese am besten pflegt. Passend zum Jahreszeitenwechsel gibt es viermal im Jahr ein großes Fest im Garten. Und dann kann man auch bewundern, was dort wieder neu gewachsen ist.

    https://www.choices.de/schnippelparty-in-garten-atmosphaere (mehr …)

  • IG Coswig macht Winterbauaktion

    (Gu aus Antrag)

    Die kühle Jahreszeit rückt unser sogenanntes „Vereinshaus“ in das Zentrum unserer Aufmerksamkeit. Für zahlreiche Aktionen wie Reparaturen, Floristik, Trocken von Erntegut ist es notwendig.

    Wir konnten in diesem Jahr verstärkten Zuspruch für unsere Treffen feststellen und begrüßten Gäste aus anderen Vereinen, dem Stadtrat oder einfach Interessierte der Öffentlichkeit. Sie alle erfuhren von unserer gemeinsamen Arbeit im Garten und sprachen mit Menschen, die sich hier zugehörig und anerkannt fühlen.

    Nun wollen wir unser „Gebäude“ in Ordnung bringen, denn der Boden besteht nur aus Sand und die Bänke und Stühle haben keinen festen Stand. Es bestehen viele Stolperkanten und ein Sauberkehren des Bodens ist nicht möglich. Wir planen deshalb, einen einfachen Fußboden aus Gehwegplatten einzubauen. Die Platten werden in Split verlegt und mit Tiefborden am Rand gesichert.

    Mit diesem Vorhaben soll unser sog. Vereinshaus als Ort der Begegnung, der auch für die Öffentlichkeit zugängliche ist, weiter ausgebaut und aufgewertet werden.

    Diese Aktion ist es für uns eine neue und lehrreiche Gemeinschaftsarbeit an der sich auch Interessierte aus dem Kreis unserer Kooperationspartner oder der Öffentlichkeit beteiligen können. Unsere wichtigsten Kooperationspartner sind der Verein „Coswig als Ort der Vielfalt“ e.V., die Initiative Coswig als Ort der Vielfalt, das Bündnis Buntes Radebeul und die JuCo Soziale Arbeit gGmbH. Über dieses Netzwerk wollen wir unser Vorhaben bekanntmachen. Wir stellen uns vor, dass gerade Flüchtlinge sich bei dieser Bautätigkeit einbringen und ihre Sprachkenntnisse erproben.


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  • schöner Artikel über den IG Erfurt

    (GU, alerts)

    Thüringens schönste Flecken: Mit der Straßenbahn ins „Paradies“

    Der Interkulturelle Garten in Erfurt hilft Menschen aus Nah und Fern, Wurzeln zu schlagen

    Der Hahn kräht, ein Pferd wiehert, aus Richtung Grillplatz kitzelt der Geruch von Holzkohle die Nase, die Windharfe klingt, die Hängematte wiegt sich leicht im Wind. „Paradies“ kam Nachbarn wie Gästen über die Lippen, sobald sie das Gelände in der Metallstraße 8 erforscht hatten. „Wenn alle das hier als ihr Paradies empfinden, dann soll es so sein, dann heißt es auch so“, sagt Karin Kowol und lächelt, wenn sie daran denkt, wie der Interkulturelle Garten in Erfurt zu diesem Namen kam, der irgendwie auch Programm ist. Zum Beispiel für den Jungen aus Syrien, der fast jeden Tag kommt. „Mein süßes Mädchen“, flüstert er und drückt ein schwarz-graues Kaninchen ganz fest an sich, vergräbt das Gesicht in dem weichen Fell. Sein erster Weg führt ihn immer zum Kaninchenstall, in dem es zwei der munteren Gesellen gibt. Er holt sie heraus und bringt sie zum Freiluftkäfig, schmust mit ihnen, versorgt sie. Dann geht es auf zum Nachbarn. Der hält auf dem unmittelbar ans „Paradies“ grenzenden Grundstück Pferde, Ziegen und andere Tiere, fachsimpelt mit dem Jungen, lässt ihn auch bei kleineren Handwerksarbeiten helfen. „Mitunter bietet er auch für unsere Gäste Führungen über sein Gelände und zu den Ziegen“, freut sich Karin Kowol, die Vorsitzende ist von „Ökonomie durch Ökologie – Verein zur Förderung einer Nachhaltigen Stadtentwicklung (ÖdÖ)“. Dieser Verein hat den Interkulturellen Garten bereits 2007 ins Leben gerufen, seinerzeit noch zwischen Hauptfriedhof und Tennisanlage im Erfurter Stadtteil Bindersleben. Wurzeln schlagen, Boden unter den Füßen gewinnen – eine ganz handfeste Möglichkeit dazu sollte der Garten sein für Migranten und Asylbewerber, die oft alles zurücklassen müssen: Familie, Freunde, Hab und Gut.

    Am neuen Standort im Stadtteil Ilversgehofen ist das aktuell wie kaum jemals zuvor. Der kleine Syrer und seine Familie gehören zu den 20 regelmäßigen Besuchern ebenso wie eine weitere Familie aus Syrien, Menschen aus Peru, von den Philippinen, aus ­Eritrea. In Bindersleben hatte der Verein das Gelände von der Stadt gepachtet; der Garten wurde als soziales Projekt gefördert. „Die Haushaltslage jedoch wurde von Jahr zu Jahr unsicherer, so dass wir uns nach einer neuen Fläche umgeschaut haben“, erzählt Karin Kowol.

    Diese fand der Verein bei den Malzwerken, man wurde sich schnell einig, denn beide Seiten profitieren. Das „Paradies“ kostet keine Pacht, dafür halten die Nutzer das Umfeld sauber, zum Beispiel den daran entlang führenden Fußweg. Ursprünglich war das Gelände eine Abstandsfläche der Malzwerke, ein Puffer zwischen deren Gerüchen und Geräuschen und dem Wohngebiet. Die Brache wurde schnell zur wilden Müllkippe, was ging, wurde flugs über den Zaun geworfen – das „Paradies“ hat dem ein Ende gemacht. Das brachte sogar Lob von den Nachbarn aus dem Rotlichtmilieu, die zunächst um ihr „Gewerbe“ in der Metallstraße gefürchtet hatten. Wie andere Anwohner nutzen auch sie die Öffnungszeiten des Interkulturellen Gartens, um aus der Nähe zu gucken, was dort passiert. Denn das „Paradies“ ist nicht Auserwählten vorbehalten: Zweimal pro Woche steht das Tor weit offen für alle, zudem werden mehrmals im Jahr Feste gefeiert oder Veranstaltungen angeboten. Dann kann jeder mit jedem ins Gespräch kommen und fachsimpeln, in die Hochbeete schauen, Selbst-Angebautes probieren, Einkaufsbeutel als Pflanzgefäße kennenlernen oder sich über die Anbauweisen informieren. „Wir nutzen traditionelle Methoden ohne künstliche Stoffe, wie Roggen als Gründünger oder die wechselnde Bepflanzung der Beete mit anspruchsvollen und weniger anspruchsvollen Pflanzen“, erklärt die stellvertretende Vereinsvorsitzende Renate Lützkendorf. Das gefällt auch dem Europäischen Laternenträger: Diese Zikadenart steht auf der Roten Liste Thüringens als vom Aussterben bedroht und hat im „Paradies“ eine Heimat gefunden. Die Fleckenbiene gehört ebenfalls zu den Insekten, die dort zu Hause, anderenorts aber selten anzutreffen sind. „Wir lassen viele Futterpflanzen stehen, um Insekten Raum zu bieten“, freut sich Renate Lützkendorf, dass auch diese Facette der Arbeit belohnt wird. Mit dem Einbruch der kalten Jahreszeit wechselt das „Paradies“ den Standort: Der Garten in der Metallstraße schließt die Pforten für die Öffentlichkeit, der „Interkulturelle Imbiss“ öffnet die Tore in den Räumen der Offenen Arbeit in der Allerheiligenstraße. Was im Garten angebaut wurde, kommt auf den Tisch, zubereitet nach Rezepten von Vereinsmitgliedern und Gästen, „garniert“ mit Kulturprogrammen aus aller Welt. Im Sommer geschieht das im Garten, es wird gegrillt oder über dem offenen Feuer gekocht. Es gibt im Interkulturellen Garten weder Strom noch fließendes Wasser, aber ein ausgeklügeltes Regenwassersammelsystem, bei dem das ausladende Dach der riesigen Lagerhalle und Wassertonnen die Hauptrollen spielen. „Wenn alle Tonnen gefüllt sind, können wir vier regenlose Wochen problemlos überbrücken“, sagt Renate Lützkendorf. Und wenn der Regen fällt, bietet die Lagerhalle Unterschlupf samt Sitzecke. Zu deutschlandweiter Berühmtheit haben es „Paradies“ und Metallstraße auch schon gebracht: 2013 gehörten sie zu den 10 Siegern beim Wettbewerb „Die schönste Straße Deutschlands“, ausgelobt vom Aktionsbündnis „Netzwerk Nachbarschaft“ und einer Baumarktkette. Das brachte zum einen den „Janosch-Oscar“ – ein Straßenschild, kreiert vom Kinderbuch-Autor Janosch – und 5000 Euro. Holz für die Hochbeete, eine große Leiter und einen Veranstaltungsabend hat der Verein davon finanziert: „Aber wir haben noch nicht alles ausgegeben“, sagt Karin Kowol. Damit die Tore des „Paradieses“ weiter offen bleiben, tragen die Mitglieder ihr Scherflein in Form des Vereinsbeitrages bei, es gibt immer wieder Geld- und Sachspenden und vor allem finanzielle Förderungen aus Programmen von Bund und Land. „Wir feiern allerdings keine Baumarkt-Orgien“, sagt die Vereinsvorsitzende und weist mit einem Schmunzeln darauf hin, dass viel gearbeitet, viel selbst gemacht und viel Ausrangiertes nutzbringend verwendet werde, was ja auch Sinn des Interkulturellen Gartens sei. Geld allerdings werden die „Gärtner“ bald doch mehr brauchen und haben es auch schon beantragt: Im „Paradies“ geht es kaum mehr ohne Dolmetscher. Denn gemeinsam mit anderen kümmern sich die Vereinsmitglieder und Gartengäste um die Flüchtlinge, die in der Gemeinschaftsunterkunft im Viertel leben. Dazu gehörte eine Tour durch den Stadtteil zu allen Anlaufstellen, die für Asylbewerber wichtig sind. Sie endete im Interkulturellen Garten mit Kaffee, ­Kuchen und einem neuen Mitglied: einer Dolmetscherin aus Syrien.

    http://www.tlz.de/web/zgt/leben/detail/-/specific/Thueringens-schoenste-Flecken-Mit-der-Strassenbahn-ins-Paradies-1460839299 (mehr …)

  • Kulturgarten Lüneburg hat sich gut entwickelt

    (Gu, Mail, 23.11.)
    „Unsere Saison war sehr schön, erst vor kurzem haben wir Erntedank-Fest gefeiert und Suppe von den Kürbissen aus unserem Garten gekocht. Über den Winter stehen mehr Gemeinschaftsaktionen an, bevor es im Frühling dann wieder stärker in den Garten geht 🙂 Durch das neue Semester haben wir auch neue Gesichter dazu bekommen, dafür sind ein paar der „alten Hasen“ (z.B. Robin) im Auslandssemester. Ständig im Wandel. Von den Geflüchteten haben inzwischen zwei ihren eigenen Garten angefangen, es gibt jetzt eine Frauengruppe (da sonst v.a. junge Männer im Garten waren) und im Januar feiern wir ein Lichterfest“ (mehr …)

  • GemeinsamGarten Konstanz ist zufrieden mit der ersten Saison

    (Gu, Mail 4.10.)
    „Da wir ja dieses Jahr erst mit dem Projekt gestartet haben und sozusagen die ersten Schritte gemacht haben, lief sicherlich nicht alles wie im vorhinein geplant, doch wir sind super zufrieden mit der Saison und haben echt tolle Gartennachmittage gemeinsam verbracht. Wir sind immer auf der Suche nach Interessierten (sowohl Konstanzer und Konstanzerinnen als auch Geflüchtete) und hoffen, dass wir im neuen Jahr noch mehr Begegnung schaffen können. Die Anzahl der Leute, die mitmachen variiert stark, doch meistens sind wir so zwischen 10-15 (Konstanzer*innen und Geflüchtete). Für den Winter haben wir verschiedene Aktionen geplant.

    Wir haben eine Biolandwirtin und einen Gärtner von der Reichenau eingeladen, die uns ein bisschen was übers (biologische) Gärtnern erzählen (wir sind alles keine Expert*innen), wollen ein Insektenhotel bauen, Seedbombs herstellen, im Frühjahr unsere eigenen Pflänzchen vorziehen. Aber auch andere Dinge wie zusammen kochen, Weihnachstsplätzchen backen usw. sind geplant. Für die nächste Gartensaison haben wir auch schon einige Ideen und werden unsere Fläche gegebenenfalls vergrößern oder auch an andern Stellen in der Stadt gärnern. Das sind bisher aber nur Ideen.“


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