(Sachbericht und Antworten)
Gemeinsam mit dem Trägerverein Kraut & Rüben e.V. wollen wir rund 6000 m² Ackerland aus eigener Hand
bewirtschaften, um Obst und Gemüse regional, biologisch und nach den Grundsätzen der Permakultur anzubauen:
GeLaWi – Landwirtschaft neu denken.
Worum geht es?
Unter dem Projekttitel GeLaWi – „Gemeinsame Landwirtschaft“ wollen wir Ackerflächen selbst bewirtschaften.
Hier soll nach den Grundsätzen der Permakultur (nach Bill Mollison) eigenes Obst und Gemüse angebaut werden.
Die Fläche liegt direkt an der Stadtgrenze und nur wenige Gehminuten von unserem Dorfladen entfernt. Wir streben
keine ertragsorientierte Wirtschaft an. Vielmehr wollen wir einen Rückzugsort schaffen, an dem Eltern, Kinder und
weitere Interessierte die Möglichkeit haben, sich auszuprobieren. Bei regelmäßigen Garteneinsätzen werden wir
Kinder für die Zusammenhänge unseres Ökosystems sensibilisieren und Begeisterung für Natur und Umwelt
schaffen. In Bezug auf das Lernkonzept setzen wir auf Freiwilligkeit und spielerisches Lernen. Fachlich werden
unsere Veranstaltungen durch staatlich geprüfte Waldpädagog*innen und Erzieher*innen organisiert und begleitet.
Wir teilen Arbeit und Ertrag.
Sachbericht Förderung 2024: Unser Ziel, 100 kg Kartoffeln zu ernten, wurde weitestgehend erreicht. Gut 80 kg Kartoffeln
konnten wir am Saisonende unter uns aufteilen. Dank der konsequenten Anwendung der
Permakultur-Prinzipien konnten wir nicht nur den geplanten Kartoffelertrag sichern, sondern
darüber hinaus eine Vielzahl an Gemüsepflanzen erfolgreich kultivieren. Darunter waren
Intensivgemüse, wie Gurken, Tomaten und Paprika (inkl. Chili) über „normale“ Gartenbaugemüse,
wie verschiedene Salate, Bohnen, Mais, Kohl und Kürbis bis hin zu Sonderkulturen, wie
Wassermelonen, Tomatillos und Kräuter. Aufgrund der Spätfroste im Frühjahr konnten keinerlei
(Fall-)Obst oder Beerenobst geerntet werden.
Die Ernte wurde unter den teilnehmenden Mitgliedern fair verteilt und im Rahmen der
wöchentlichen Treffen auch für unsere Bildungszwecke genutzt. Im Rahmen der BNE-
Veranstaltungen haben wir beispielsweise erstmals Süßlupine kultiviert, zunächst mit dem Ziel
Erfahrungen hinsichtlich Bodenbedürfnissen, Ertrag und Pflegeaufwand zu sammeln. Im laufenden
Gartenjahr soll diese als Zwischenfrucht in größerem Maßstab angebaut werden, um anschließend
im Röstprozess eine „Kaffeealterntive“ daraus zu produzieren. Die Partnerschaft übernimmt eine
regionale Rösterei.
Der GeLaWi-Acker hat sich zu einem beliebten Treffpunkt für Familien mit Kindern entwickelt.
Mindestens einmal monatlich waren mehrere Familien gleichzeitig vor Ort, um gemeinsam zu
gärtnern, zu lernen oder sich einfach in der Natur aufzuhalten. Dadurch wurde das Ziel, einen
stadtnahen Rückzugsort zu schaffen, nachhaltig erreicht.
Ein weiteres Ziel war der Aufbau einer lokalen Vermarktungsstruktur mit emissionsarmer
Logistik. Durch das Projekt konnte eine regelmäßige Verbindung zwischen dem GeLaWi-Projekt und unserem Dorfladen geschaffen werden. Erste, wenige Überschüsse haben wir abgesetzt und
einen kleinen Teil der Projektkosten refinaziert. Ziel bleibt der weitere Auf- und Ausbau lokaler
Wertschöpfungsketten.
Antworten (Förderantrag 2025):
> Wie groß ist die Gruppeinzwischen, die gärtnert?Sind „Neue“ dazu
> gekommen? Wie werden potentiell Interessierte aufmerksam auf den Garten?
Wir sind aktuell *jede Woche* 4 Familien mit durchschnittlich 14 Leuten, davon 6-7 Kinder. Zudem ist eine alleinstehende Dame regelmäßig anwesend.
Zeitweise kommen weitere Interessenten hinzu; insbesondere zu unseren Tagen der offenen Gärtnerei und „Sondertagen“, wie z.B. Saatgutbörse, Kartoffelfest, Saisonauftakt oder Bautagen.
> Wird noch alles gemeinschaftlich bewirtschaftet?
ja, ausschließlich und weiterhin.
> Was für „Real-Experimente“ konnten 2024 gemacht werden?
Süßlupine anbauen, „bis zum Grundwasser graben“, Laufenten als „Schneckenpolizei“ einsetzen, Gewächshausbewässerung mittels Ollas, heimische Blumen für Blumensträuße (Slow Flowers) anbauen, Schwerkraft-Bewässerung vorbereiten…
> Konnten schon die geplanten Strukturenwie Hügel- und Hochbeete und
> Benjeshecke umgesetzt werden?
Ja, wir haben eine Benjeshecke angelegt und Strukturelemente geschaffen.
Diese werden weiterhin ausgebaut.
> Was passiert mit der Ernte?
Sie wird 1x in der Woche nach den Gärtnerei-Treffen aufgeteilt. Sofern Überschüsse bleiben, können wir diese teils über unseren Trägerverein absetzen oder für Gemeinschaftsaktionen zur Verfügung stellen.
> Wie beteiligen sich die Gärtner*innen an den Kosten des Gartens?
Bisher noch gar nicht. Wir querfinanzieren über unseren Trägerverein und privat.
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