Schlagwort: Zittau

  • Zittau: nachhaltige Wasserversorgung bei GeLaWi

    (Sachbericht)

    Selbstständige, drucklose Bewässerung im Schwerkraftbetrieb
    Ein zentrales Ziel in dieser Vegetationsperiode war die Errichtung eines Bewässerungssystems, das
    ohne Strom auskommt. Dieses Ziel wurde erreicht: Die Bewässerung erfolgt nun drucklos und
    vollständig im Schwerkraftprinzip, was zum einen energie- und wartungsarm ist, zum anderen ein
    robustes, nachhaltiges System darstellt. Damit sind wir von fossil-elektrischen Pumplösungen
    unabhängig und sichern die Wasserversorgung der Beete auf natürliche Weise. Diese Lösung trägt
    sowohl zum ressourcenschonenden Gärtnern als auch zur Selbständigkeit des Gartens bei – für uns
    ein wichtiger Schritt in Richtung Klimaresilienz und ökologischer Nachhaltigkeit.

    Anlegen einer Kartoffelspirale und Bewässerung größerer Beete mittels Ton-Ollas
    Neu angelegt wurde eine sogenannte Kartoffelspirale — ein kreisförmiges Spiralenbeet, das auf
    kleiner Fläche mehrere Pflanzen auf variablem Höhenprofil erlaubt. Die Kartoffelspirale bietet
    Vorteile hinsichtlich Flächenausnutzung, Bodenwärme und Ernteertrag. Durch das Anlegen dieser
    Struktur konnten Kartoffeln auf nachhaltige und effektive Weise kultiviert werden – bei
    gleichzeitigem Anbau von Süßlupienen als Stickstoffsammler. Die Lupinen wurden für
    eigenerzeugten Lupinenkaffee mit großem Erfolg experimentell nachgenutzt. Im kommenden Jahr
    wird der Versuch skaliert.

    Für diese Beetfläche wurde ein Bewässerungssystem mit sogenannten „Ollas“ realisiert — poröse,
    ungeglaste Tongefäße, die eingegraben und mit Wasser befüllt werden. Diese geben das Wasser
    langsam und direkt an die Wurzeln der Pflanzen ab, wodurch eine gleichmäßige und
    wassersparende Versorgung sicher gestellt wird. Dieser Ansatz erlaubt insbesondere in
    trockenheitsanfälligen Sommern eine zuverlässige Bewässerung, reduziert Verdunstung und spart
    Wasser. Ollas sind eine bewährte Methode der naturnahen Gartenbewässerung. Die Ollas wurden
    durch die Zittauer Werkstätten von Menschen mit Behinderungen gefertigt.

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  • Zittau: GeLaWi hat erfolgreiche Saison hinter sich

    (Sachbericht und Antworten)

    Gemeinsam mit dem Trägerverein Kraut & Rüben e.V. wollen wir rund 6000 m² Ackerland aus eigener Hand
    bewirtschaften, um Obst und Gemüse regional, biologisch und nach den Grundsätzen der Permakultur anzubauen:
    GeLaWi – Landwirtschaft neu denken.
    Worum geht es?
    Unter dem Projekttitel GeLaWi – „Gemeinsame Landwirtschaft“ wollen wir Ackerflächen selbst bewirtschaften.
    Hier soll nach den Grundsätzen der Permakultur (nach Bill Mollison) eigenes Obst und Gemüse angebaut werden.
    Die Fläche liegt direkt an der Stadtgrenze und nur wenige Gehminuten von unserem Dorfladen entfernt. Wir streben
    keine ertragsorientierte Wirtschaft an. Vielmehr wollen wir einen Rückzugsort schaffen, an dem Eltern, Kinder und
    weitere Interessierte die Möglichkeit haben, sich auszuprobieren. Bei regelmäßigen Garteneinsätzen werden wir
    Kinder für die Zusammenhänge unseres Ökosystems sensibilisieren und Begeisterung für Natur und Umwelt
    schaffen. In Bezug auf das Lernkonzept setzen wir auf Freiwilligkeit und spielerisches Lernen. Fachlich werden
    unsere Veranstaltungen durch staatlich geprüfte Waldpädagog*innen und Erzieher*innen organisiert und begleitet.
    Wir teilen Arbeit und Ertrag.

    Sachbericht Förderung 2024: Unser Ziel, 100 kg Kartoffeln zu ernten, wurde weitestgehend erreicht. Gut 80 kg Kartoffeln
    konnten wir am Saisonende unter uns aufteilen. Dank der konsequenten Anwendung der
    Permakultur-Prinzipien konnten wir nicht nur den geplanten Kartoffelertrag sichern, sondern
    darüber hinaus eine Vielzahl an Gemüsepflanzen erfolgreich kultivieren. Darunter waren
    Intensivgemüse, wie Gurken, Tomaten und Paprika (inkl. Chili) über „normale“ Gartenbaugemüse,
    wie verschiedene Salate, Bohnen, Mais, Kohl und Kürbis bis hin zu Sonderkulturen, wie
    Wassermelonen, Tomatillos und Kräuter. Aufgrund der Spätfroste im Frühjahr konnten keinerlei
    (Fall-)Obst oder Beerenobst geerntet werden.
    Die Ernte wurde unter den teilnehmenden Mitgliedern fair verteilt und im Rahmen der
    wöchentlichen Treffen auch für unsere Bildungszwecke genutzt. Im Rahmen der BNE-
    Veranstaltungen haben wir beispielsweise erstmals Süßlupine kultiviert, zunächst mit dem Ziel
    Erfahrungen hinsichtlich Bodenbedürfnissen, Ertrag und Pflegeaufwand zu sammeln. Im laufenden
    Gartenjahr soll diese als Zwischenfrucht in größerem Maßstab angebaut werden, um anschließend
    im Röstprozess eine „Kaffeealterntive“ daraus zu produzieren. Die Partnerschaft übernimmt eine
    regionale Rösterei.
    Der GeLaWi-Acker hat sich zu einem beliebten Treffpunkt für Familien mit Kindern entwickelt.
    Mindestens einmal monatlich waren mehrere Familien gleichzeitig vor Ort, um gemeinsam zu
    gärtnern, zu lernen oder sich einfach in der Natur aufzuhalten. Dadurch wurde das Ziel, einen
    stadtnahen Rückzugsort zu schaffen, nachhaltig erreicht.
    Ein weiteres Ziel war der Aufbau einer lokalen Vermarktungsstruktur mit emissionsarmer
    Logistik. Durch das Projekt konnte eine regelmäßige Verbindung zwischen dem GeLaWi-Projekt und unserem Dorfladen geschaffen werden. Erste, wenige Überschüsse haben wir abgesetzt und
    einen kleinen Teil der Projektkosten refinaziert. Ziel bleibt der weitere Auf- und Ausbau lokaler
    Wertschöpfungsketten.

    Antworten (Förderantrag 2025):

    > Wie groß ist die Gruppeinzwischen, die gärtnert?Sind „Neue“ dazu

    > gekommen? Wie werden potentiell Interessierte aufmerksam auf den Garten?

    Wir sind aktuell *jede Woche* 4 Familien mit durchschnittlich 14 Leuten, davon 6-7 Kinder. Zudem ist eine alleinstehende Dame regelmäßig anwesend.

    Zeitweise kommen weitere Interessenten hinzu; insbesondere zu unseren Tagen der offenen Gärtnerei und „Sondertagen“, wie z.B. Saatgutbörse, Kartoffelfest, Saisonauftakt oder Bautagen.

    > Wird noch alles gemeinschaftlich bewirtschaftet?

    ja, ausschließlich und weiterhin.

    > Was für „Real-Experimente“ konnten 2024 gemacht werden?

    Süßlupine anbauen, „bis zum Grundwasser graben“, Laufenten als „Schneckenpolizei“ einsetzen, Gewächshausbewässerung mittels Ollas, heimische Blumen für Blumensträuße (Slow Flowers) anbauen, Schwerkraft-Bewässerung vorbereiten…

    > Konnten schon die geplanten Strukturenwie Hügel- und Hochbeete und

    > Benjeshecke umgesetzt werden?

    Ja, wir haben eine Benjeshecke angelegt und Strukturelemente geschaffen.

    Diese werden weiterhin ausgebaut.

    > Was passiert mit der Ernte?

    Sie wird 1x in der Woche nach den Gärtnerei-Treffen aufgeteilt. Sofern Überschüsse bleiben, können wir diese teils über unseren Trägerverein absetzen oder für Gemeinschaftsaktionen zur Verfügung stellen.

    > Wie beteiligen sich die Gärtner*innen an den Kosten des Gartens?

    Bisher noch gar nicht. Wir querfinanzieren über unseren Trägerverein und privat.

     

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  • Im Amaliengarten wachsen die Hochbeete

    (Gu, alerts)

    Zittau. Die erste Reihe Holzpaletten steht. Daraus soll ein Hochbeet werden. Es ist eines der ersten sichtbaren Zeichen des Amaliengartens, des ersten Gemeinschaftsgartens in der Stadt Zittau. Drei weitere Reihen, unterschiedlich hoch, sollen noch hinzukommen. Nino Gehler, Ökologiestudent an der Zittauer Hochschule, bereitet dafür weitere Paletten vor. Wann die Hochbeete fertig werden, ist auch davon abhängig, welche Spenden das Projektteam bekommt. Sobald eines der Beete aus Holzpaletten fertig ist, wird es entsprechend mit Erde aufgefüllt und bepflanzt.

    Fürs Pflanzen sei es noch nicht zu spät, erklärt Nino Gehler. „Es gibt Kulturen wie Radieschen, Bohnen oder Salat, die kann man bis zum Frosteinbruch anpflanzen“, sagt der 26-Jährige. Und der Student kennt sich aus: Er gärtnert seit seiner Kindheit, schwang mit vier Jahren bereits die Mistgabel im Garten seines Großvaters. Seit drei Jahren studiert er in Zittau und engagiert sich nun für das erste „Urban Gardening“-Projekt in Zittau.

    Beim sogenannten „Urban Gardening“ pflanzen auf brachliegenden Flächen, in der Regel in der Innenstadt, Bürger Obst und Gemüse an und sorgen so für eine Zwischennutzung. In Zittau fand vor zwei Wochen der erste Arbeitseinsatz statt, um die grüne Wiese an der Amalienstraße für die gärtnerische Nutzung herzurichten. Es ist ein bisschen später losgegangen als anfangs gedacht. Im Herbst hatten die Initiatoren gehofft, dass bereits im Frühjahr die ersten Pflanzen in die Erde kommen. Doch die Vorbereitungen für das Gemeinschaftsprojekt von Hochschule und Zittau haben mehr Zeit in Anspruch genommen.

    Dafür wird nun umso intensiver an der Umsetzung gearbeitet. Vor einer Woche fand ein Projekttag von Schülern des Christian-Weise-Gymnasiums statt. Sie haben dabei unter anderem ein Insektenhaus aufgebaut und Holzstämme bearbeitet. Aus den Stämmen entstehen mal Sitzmöbel, die um die geplante Feuerstelle im hinteren Teil des Amaliengartens aufgestellt werden. „Es gibt drei bis vier Gymnasiasten, die bei uns regelmäßig mitmachen, und die auch den Workshop angekurbelt haben“, erzählt Nino Gehler.

    In den nächsten Tagen soll es wieder einen Arbeitseinsatz im Amaliengarten geben. Bisher wurden die Termine immer an dem großen Holzschild am Garteneingang bekanntgegeben. Doch das Schild wurde jetzt von Unbekannten umgefahren. Nino Gehler überlegt nun intensiv, wie er die Tafel mit dem vorhandenen Material wieder standfest machen kann. Denn gerade für die Anwohner sei es ganz praktisch gewesen, so die nächsten Aktionen anzukündigen. Der 26-jährige Student hofft, dass beim nächsten Einsatz ein paar mehr Anwohner dabei sind. In den vergangenen Tagen hat das Projektteam in den benachbarten HäusernInfozettel verteilt. Mit einem ersten Erfolg: Am Freitag waren Mitarbeiter des Albatros-Vereins, der im Eckhaus Amalienstraße/Böhmische Straße sein Domizil hat, da, um ihre Hilfe anzubieten.

    Die anderen Anwohner müssen erst einmal ihre Scheu überwinden und sehen, dass etwas passiert, bevor sie sich selbst tatkräftig mit einbringen, glaubt Nino Gehler. Es muss ja nicht immer umgegraben oder angepflanzt werden, man könne auch einfach mal zu einem Plausch oder einer Tasse Kaffee vorbeikommen, schlägt der Ökologiestudent vor.

    Dass es sich beim Amaliengarten um ein Projekt „von oben“ handelt – ganz im Gegensatz zur Philosophie des „Urban Gardenings“ –, sei keineswegs der Fall, findet Gehler. Denn den Anstoß haben vor zwei Jahren Studenten gegeben, die gerne gärtnern wollten. Da sich dafür keine geeignete Fläche auf dem Campus fand, wurde ein städtisches Grundstück ausgewählt. Und so können die Studenten zusammen mit den Zittauern nun an der Amalienstraße ihre Lust am Gärtnern ausleben

    http://www.sz-online.de/nachrichten/amaliengarten-nimmt-form-an-3434409.html (mehr …)

  • Gartenprojekt in Zittau geplant

    (Gu aus alerts, 4.12.)
    http://www.alles-lausitz.de/startseite/zittau/11336069_Die_Natur_kehrt_in_die_Stadt_Zittau_zurueck.html
    In Zittau soll zunächst auf einer Fläche ein GG entstehen. Derzeit wird der Boden geprüft:
    „Eine von der Hochschule Zittau/Görlitz geführte Interessengemeinschaft widmet  sich in den nächsten Monaten diesem Thema und führt an einer konkreten Freifläche auf der Amalienstraße Untersuchungen durch. Dies soll zeigen, welche Möglichkeiten der gärtnerischen Nutzung umsetzbar sind. […] enerell geht es dabei um das große Thema Nachhaltigkeit. Die Ideen, um die Fläche temporär zu nutzen, reichen von einer Wildwiese für Bienen, über Trockenmauern für Kriechtiere, selbst verrottendem Kompost, Rückzugsmöglichkeiten für Tiere bis hin zum Anbau von Gemüse. Mit jedem Beet  kehrt jedenfalls ein Stück Natur in die Stadt Zittau zurück.
    Die Interessengemeinschaft will dazu noch weitere Anregungen und Ideen bei einem Planungsworkshop mit Sebastian Kaiser von den UFER-Projekten Dresden am Montag, 14. Dezember, um 18.00 Uhr,  im Café Joelsch, Klienebergerplatz1, sammeln. Der Referent hat erfolgreich zahlreiche Planungs- und Kreativ-Workshops in Dresden betreut und kann nicht nur als Moderator diesen Workshop anleiten, sondern auch sein Fachwissen einfließen lassen.
    Weiterhin erhoffen sich die Macher erste positive Impulse durch die laufenden Studienarbeiten. Diese werden momentan von Studierenden der Hochschule Zittau/Görlitz bearbeitet und am 14. Dezember in einer kurzen Präsentation vorgestellt. […] Einen Wasseranschluss und Strom stellt ein Anwohner zur Verfügung. Wie die Fläche mal gehegt und gepflegt werden soll, ist noch nicht geklärt, vielleicht in kleinen Gruppen oder auch mal allein, je nachdem, wie dafür Zeit vorhanden ist.[…]“ (mehr …)

  • Zittau setzt auf urban gardening

    (GU aus alters, 13.10.)
    „Seit 2010 veranstalten die Stadt Zittau und die Hochschule Zittau/Görlitz gemeinsam den Tag der Umwelt zu jährlich wechselnden Themen.  Im Jahr 2015 steht „Urban Gardening“, die ertragsorientierte gärtnerische Erschließung und Nutzung von innerstädtischen Flächen auf dem Programm. Studierende sowie Bürgerinnen und Bürger der Stadt und Region sind herzlich zur Diskussion zu diesem Thema eingeladen. 

    Ein grünes Umfeld in den Städten bedeutet mehr Wohn- und Lebensqualität, fördert Bewegung und Erholung, schafft Gestaltungsspielräume für Begegnung und ist unersetzlich für Naturerfahrung sowie für den Klimaschutz. Die durch Gebäudeabriss entstandenen Baulücken in der Zittauer Innenstadt können durch Urban Gardening zu einer blühenden und nützlichen Gemeinschaftsfläche werden. Wo in anderen Städten Rasenflächen und Ligusterhecken wachsen, könnte künftig in Zittaus Innenstadt Gemüse angebaut werden. Für die Einwohner der Stadt entstehen so zusätzliche Orte des sozialen Zusammenseins und die Attraktivität der Innenstadt erfährt dadurch eine Steigerung.

    Dieser Gedanke fand im Rahmen einer umfangreichen Bürgerbeteiligung Eingang in das städtische Handlungskonzept für Zittaus Innenstadt bis 2020 (Weißbuch Zittau). Eine, von der Hochschule Zittau/Görlitz, geführte Interessengemeinschaft wird sich in den nächsten Monaten diesem Thema widmen und an einer konkreten Freifläche auf der Amalienstraße Untersuchungen durchführen. Dies soll zeigen, welche Möglichkeiten der gärtnerischen Nutzung umsetzbar sind. Der diesjährige Tag der Umwelt, der Hochschule Zittau/Görlitz wird der Auftakt für das Zittauer Urban Gardening-Projekt auf der Amalienstraße sein.“
    http://www.hszg.de/news/urban_gardening_deine_stadt_dein_garten.html

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